Gut 2,05 Millionen Fahrzeuge hat der Volkswagen-Konzern im ersten Quartal 2026 an Kunden ausgeliefert. Klingt viel. Ist es auch. Nur war es im Vorjahreszeitraum noch ein gutes Stück mehr, nämlich rund 2,13 Millionen. Das Minus von vier Prozent liest sich harmlos, verbirgt aber ziemlich unangenehme Details.
Marco Schubert, im erweiterten Vorstand für den Vertrieb zuständig, fasste es so zusammen: „Das erste Quartal 2026 war erneut von sehr herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt.“ Das Wort „erneut“ ist dabei das eigentlich Verräterische. Wolfsburg kämpft nicht gegen eine Delle, sondern gegen einen anhaltenden Gegenwind.
China: Das alte Wachstumswunder wird zum Problemfall
548.700 Fahrzeuge lieferte VW im ersten Quartal in China aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 644.100. Das sind knapp 15 Prozent weniger, und das in einem Markt, der lange als unerschöpfliche Wachstumsmaschine galt. Porsche verlor dort im gleichen Zeitraum 21 Prozent, Audi immerhin noch zwölf Prozent. Der Preiskampf mit chinesischen Herstellern wie BYD frisst sich durch die gesamte Modellpalette.
Volkswagen setzt nun auf neue Elektromodelle, die gemeinsam mit lokalen Partnern entwickelt wurden, und hofft auf Schubwirkung durch die Peking Motor Show Ende April. Ob das reicht, um gegen Rivalen anzukommen, die den Heimvorteil, die Kostenbasis und das Innovationstempo auf ihrer Seite haben? Skeptisch darf man da schon sein.
Volkswagen AG Aktie Chart
USA: Der BEV-Einbruch ist brutal
In Nordamerika fielen die Gesamtauslieferungen um gut 13 Prozent auf rund 205.500 Einheiten. Aber der wirklich schmerzhaft Blick gilt den Elektroautos. In den USA lieferte VW im ersten Quartal gerade noch 4.000 rein elektrische Fahrzeuge aus, nach knapp 19.900 im Vorjahreszeitraum. Minus 80 Prozent. Das Ende der Steuervorteile für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie die Zölle treffen den Konzern dort hart.
Europa hält, Škoda glänzt
Wenigstens Europa läuft. Westeuropa legte um gut vier Prozent zu, Zentral- und Osteuropa um knapp acht Prozent. Und Škoda lieferte konzernweit sogar 14 Prozent mehr Fahrzeuge aus als im Vorjahr, was die tschechische Marke zum auffälligsten Lichtblick der Quartalszahlen macht. VW Nutzfahrzeuge wuchs ebenfalls, um gut zehn Prozent.
Porsche hingegen verlor konzernweit fast 15 Prozent, Lamborghini knapp zwölf Prozent. Selbst die kleinen Volumen-Marken zieht es nach unten.
Vier Prozent Rückgang weltweit klingt nach Kleinigkeit. 80 Prozent Einbruch bei Elektroautos in den USA klingt nach etwas anderem.
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