Der Vorstand präsentiert einen Sparplan. Die Belegschaft stellt ein Ultimatum. Und die Aktie steckt fest, nur knapp über ihrem Jahrestief.
Am Donnerstag hat der Volkswagen-Vorstand dem Aufsichtsrat in Wolfsburg den „Zukunftsplan 2030“ vorgestellt. CEO Oliver Blume will die operative Marge bis Ende des Jahrzehnts auf 9 Prozent hieven. Konkrete Beschlüsse zu Werksschließungen und Stellenabbau blieben aber aus.
Genau diese Leerstelle sorgt jetzt für Ärger. Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat Blume ein Ultimatum gestellt. Es läuft heute, am 10. Juli 2026, ab.
Zwölf Maßnahmen, ein Kernziel: weniger Komplexität
Das Maßnahmenpaket umfasst zwölf Initiativen. Die wichtigste: eine drastische Straffung der Modellpalette. Außerhalb Chinas will Volkswagen die Zahl der Modelle bis 2035 von rund 150 auf etwa 75 halbieren.
Noch härter greift der Rotstift bei den Ausstattungsvarianten an. Hier peilt der Vorstand eine Reduzierung um bis zu 75 Prozent an. Finanzvorstand Arno Antlitz begründet das so: Die bisherigen Kostensenkungen reichen nicht mehr aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Produktionskapazität soll von 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Das entspricht dem Niveau, das der Konzern aktuell ohnehin erreicht. Vor der Pandemie hatte Volkswagen deutlich höhere Volumina angepeilt.
Auch beim Geld dreht der Konzern kräftig. Die Investitionen für 2027 bis 2031 sinken von 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro. Zusätzliche Liquidität soll der Verkauf der Tochter Everllence bringen, für 7,4 Milliarden Euro.
Die Belegschaft wartet auf Antworten
Was fehlt, sind Zusagen zur Beschäftigung. Medienberichte sprechen von bis zu vier Werksschließungen in Deutschland — Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm stehen im Raum. Der Stellenabbau könnte weltweit bis zu 120.000 Jobs betreffen.
Volkswagen hat diese Zahlen bisher nicht offiziell bestätigt. Cavallo reagierte trotzdem scharf auf die Ergebnislosigkeit der Sitzung. Bleibt eine klare Stellungnahme aus, droht sie mit außerordentlichen Betriebsversammlungen nach der Sommerpause.
Der Unmut zeigt sich bereits auf der Straße. Am Donnerstag protestierten Beschäftigte an über 15 Standorten. Allein in Emden gingen rund 1.500 Menschen auf die Straße.
Der Kurs spiegelt die Unsicherheit
Die Volkswagen-Aktie schloss am Donnerstag bei 72,00 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 32,14 Prozent verloren, binnen 30 Tagen allein 16,76 Prozent. Damit liegt der Kurs nur 4,05 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro vom 1. Juli.
Die Marktteilnehmer bewerten die Komplexitätsreduzierung grundsätzlich positiv. Die politische und tarifliche Hürde für Werksschließungen belastet den Kurs aber weiter. Das Land Niedersachsen hält über 20 Prozent der Stimmrechte und hat Werksschließungen bereits abgelehnt.
Technisch bleibt das Bild angespannt. Der RSI von 31,7 signalisiert eine nahezu überverkaufte Aktie. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 93,87 Euro fehlen der Aktie 23,30 Prozent — der Abwärtstrend bleibt intakt.
Die nächste reguläre Aufsichtsratssitzung ist erst für September 2026 angesetzt. Sollte der Konflikt mit der Belegschaft eskalieren, könnten vorgezogene Entscheidungen nötig werden.
Volkswagen (Vz.)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen (Vz.)-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen (Vz.)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen (Vz.)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen (Vz.): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
