Volkswagen baut in Berlin einen neuen Campus für Künstliche Intelligenz. Parallel dazu will der Konzern laut Medienberichten eine wichtige Partnerschaft beenden. Die Software-Allianz mit Bosch steht offenbar auf der Kippe.
Bericht trifft schwachen Aktienkurs
Reuters beruft sich auf Informationen der „Bild“-Zeitung. Demnach plant Volkswagen, die Kooperation für automatisiertes Fahren mit Bosch aufzukündigen. Die Zusammenarbeit startete 2022. Sie sollte die Konzerntochter Cariad beim autonomen Fahren unterstützen. Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung. Ein VW-Sprecher verwies lediglich auf Cariad. Bosch betonte indes die bisherige enge Zusammenarbeit.
Für Anleger kommt das Gerücht zur Unzeit. Die Volkswagen-Aktie schloss am Freitag bei 74,40 Euro. Auf Monatssicht verlor das Papier rund 19 Prozent an Wert.
Damit notiert der Kurs nur hauchdünn über dem 52-Wochen-Tief von 74,12 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von knapp 30 Prozent auf der Kurstafel. Auch der RSI-Wert von 23,3 signalisiert eine stark überverkaufte Lage.
Der Abstand zur 200-Tage-Linie verdeutlicht den massiven Abwärtstrend. Dieser Durchschnitt verläuft aktuell bei 94,74 Euro. Die Aktie handelt mehr als 21 Prozent darunter.
Strategischer Widerspruch bei Cariad
Ein Ausstieg bei Bosch wirft strategische Fragen auf. Erst am 23. Juni eröffnete Cariad einen neuen Automotive Software Campus in Berlin. Dort arbeiten rund 1.000 Experten an KI-Technologien. Das Spektrum reicht von der Umfeldwahrnehmung bis zu Sprachassistenten.
Ein klares Bekenntnis zur Software. Ein Rückzug aus der Bosch-Allianz passt jedoch schwer in dieses Bild. Ursprünglich sollte der gemeinsame Software-Stack ab Mitte 2026 für Serienprojekte bereitstehen. Ohne Bosch muss Volkswagen erklären, wie der Konzern diese Funktionen künftig allein entwickelt und skaliert.
Die Softwarefrage entscheidet über die künftige Wettbewerbsfähigkeit im Automobilsektor. Solange das Management den Ausstieg nicht offiziell bestätigt und einen neuen Zeitplan vorlegt, drückt die Unsicherheit auf den Kurs. Fällt die Unterstützung am 52-Wochen-Tief, drohen der Aktie weitere charttechnische Abgaben.
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