Morgen entscheidet der Aufsichtsrat über die Zukunft von vier deutschen Werken. Parallel droht ein offener Bruch zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern. Volkswagen steckt mitten in der größten Umbauphase seiner jüngeren Geschichte.
Schließungen und Stellenabbau als Zündstoff
Am morgigen Donnerstag berät der Aufsichtsrat über ein drastisches Sparprogramm. Betroffen sein könnten die Werke in Zwickau, Hannover, Emden und Neckarsulm. Der Grund: Volkswagen hält Kapazitäten für rund zwölf Millionen Fahrzeuge vor. Verkauft wurden zuletzt aber nur etwa neun Millionen Einheiten.
Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat kündigen bereits bundesweite Aktionstage an. Im Raum steht ein Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit bis 2030.
Konzernchef Oliver Blume verfolgt daneben einen strukturellen Umbau. Er will die Kernmarke und die Komponentensparte in eigenständige Gesellschaften ausgliedern. Das soll die Blockademacht des VW-Gesetzes abschwächen. Aktuell sichert dieses Gesetz dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität bei Standortentscheidungen.
Kurswechsel in der Software-Strategie
Volkswagen krempelt auch seine Technologie-Basis um. Zum 1. Juli 2026 beendete der Konzern die „Automated Driving Alliance“ mit Bosch. Seit 2022 hatten Cariad und Bosch rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt gesteckt. Die Entwicklung wettbewerbsfähiger Assistenzsysteme blieb dennoch hinter den Erwartungen zurück.
Statt eigener Entwicklung setzt Volkswagen künftig auf externe Partner und Zukäufe. Die Kooperationen mit dem US-Hersteller Rivian und dem chinesischen Anbieter Xpeng zeigen die neue Richtung. Um die Werksauslastung zu stabilisieren, prüft der Konzern zudem den Import chinesischer Modelle. Ein Beispiel ist der SUV ID. Era 9X, der künftig auch in Zwickau gebaut werden könnte.
Aktie zwischen Erholung und Abwärtstrend
Die Volkswagen-Aktie schloss am Dienstag bei 75,90 Euro. In den vergangenen sieben Tagen legte das Papier um 7,81 Prozent zu. Auf Monatssicht bleibt dennoch ein Minus von 14,04 Prozent bestehen.
Die kurzfristige Erholung ändert am grundsätzlichen Bild wenig.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie 28,46 Prozent verloren. Vom Rekordhoch bei 109,10 Euro aus dem Dezember 2025 trennen sie noch 30,43 Prozent.
Immerhin hat sich der Kurs vom Tiefpunkt gelöst. Zum Jahrestief von 69,20 Euro, erreicht erst am 1. Juli 2026, beträgt der Abstand mittlerweile 9,68 Prozent.
Analysten verweisen auf eine auffällige Bewertungslücke. Der Börsenwert des gesamten Konzerns liegt bei knapp 38 Milliarden Euro. Das liegt unter dem addierten Wert der Mehrheitsbeteiligungen an Porsche und Traton von rund 44 Milliarden Euro. Damit bepreist der Markt das industrielle Kerngeschäft von Volkswagen faktisch negativ.
Technisches Bild bleibt angespannt
Der RSI von 38,6 signalisiert einen unteren neutralen Bereich. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 94,06 Euro beträgt der Abstand rund -19,30 Prozent. Das bestätigt den intakten Abwärtstrend.
Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 30,89 Prozent. Das zeigt die hohe Nervosität der Anleger vor der Entscheidung im Aufsichtsrat.
Die Entscheidung fällt am Donnerstag im Gremium. Stimmt der Aufsichtsrat den Werksschließungen zu, drohen die angekündigten Aktionstage von IG Metall und Gesamtbetriebsrat. Ein Nein würde den geplanten Konzernumbau dagegen um Monate verzögern.
Volkswagen (Vz.)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen (Vz.)-Analyse vom 08. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen (Vz.)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen (Vz.)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen (Vz.): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
