Volkswagen hat am Freitag die Serienproduktion seines ersten gemeinsam mit dem chinesischen Elektroautohersteller Xpeng entwickelten Modells gestartet. Der vollelektrische SUV ID. UNYX 08 soll in der ersten Jahreshälfte auf den Markt kommen und markiert den Beginn der größten Elektrooffensive, die der Wolfsburger Konzern jemals in China gestartet hat. Mit mehr als 20 neuen Modellen allein in diesem Jahr versucht Volkswagen, im weltgrößten Automarkt wieder Boden gutzumachen.
Die Ausgangslage für den deutschen Hersteller ist herausfordernd. Im vergangenen Jahr rutschte Volkswagen in China auf den dritten Platz ab, nachdem Geely die Wolfsburger überholte. Die jahrzehntelange Dominanz hatte der Konzern bereits 2024 an BYD verloren. Lokale Wettbewerber haben sich als deutlich schneller erwiesen, wenn es darum geht, softwareintensive und kostengünstigere Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen.
Entwicklung in Rekordzeit durch lokale Partnerschaft
Der ID. UNYX 08 entstand in nur 24 Monaten – ein Tempo, das Volkswagen durch seine neue, in China angesiedelte Architektur erreichen konnte. Die Entwicklungszeit liegt damit 30 Prozent unter früheren Projekten. „Unsere ‚In China, für China‘-Strategie liefert Ergebnisse“, erklärte Ralf Brandstätter, Vorstandsmitglied für China bei Volkswagen. Die Kooperation mit Xpeng, die 2023 begann, ermöglicht dem deutschen Konzern den Zugang zu autonomen Fahrsystemen und den Turing-KI-Chips, die im neuen Modell zum Einsatz kommen.
Das Fahrzeug wird im Werk Hefei westlich von Shanghai produziert, das eine Jahreskapazität von 350.000 Einheiten aufweist. Ein zweites gemeinsam entwickeltes Elektromodell mit Xpeng soll noch in diesem Jahr folgen. CEO Oliver Blume betonte, dass Fahrzeuge wie der ID. UNYX 08 Teil des Anspruchs seien, zum globalen technologischen Treiber in der Automobilbranche zu werden.
Volkswagen AG Vz. Aktie Chart
Ehrgeizige Ziele bis 2030 angekündigt
Bis 2030 plant Volkswagen insgesamt 50 neue Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle für den chinesischen Markt. Die Offensive umfasst sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch Hybride und soll durchschnittlich alle zwei Wochen ein neues Modell auf den Markt bringen – ein Tempo, das Brandstätter als „China Speed“ bezeichnet. Das Unternehmen setzt dabei auf die neue China Electronic Architecture (CEA), eine lokal entwickelte elektrische und elektronische Architektur, die künftig alle Modelle der Marke Volkswagen in China abdecken soll.
Wie nachhaltig diese Strategie den Rückstand aufholen kann, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Die lokalen Wettbewerber haben nicht nur einen Vorsprung bei der Technologie, sondern auch bei der Marktdurchdringung. Anleger dürften genau beobachten, wie schnell Volkswagen Marktanteile zurückgewinnen kann und ob die angekündigte Produktflut tatsächlich die erhoffte Resonanz bei chinesischen Kunden findet. China bleibt für Volkswagen der wichtigste Einzelmarkt – und damit entscheidend für die Gesamtentwicklung des Konzerns.
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