Auf der Hauptversammlung am Donnerstag präsentierte Volkswagen-Chef Oliver Blume ein neues Zukunftsprogramm. Die Aktionäre hörten zu — und kritisierten trotzdem. Am Freitag folgt der Kursabschlag.
Zielbild 2030: Rendite und Cashflow im Visier
Blume legte das „Zielbild Volkswagen Konzern 2030″ vor. Es umfasst acht Handlungsfelder. Das Kernziel: eine operative Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent bis 2030. Außerdem soll der Netto-Cashflow der Automotive Division auf über 60 Prozent des operativen Ergebnisses steigen.
Die Lage ist angespannt. Blume nannte Geopolitik, neue Zölle, steigende Regulierungskosten und wachsenden Druck durch chinesische Hersteller als zentrale Belastungsfaktoren. Das Transformationstempo müsse deshalb steigen.
Dividende trotz Gewinneinbruch
Das Konzernergebnis nach Steuern brach 2025 um 44 Prozent ein. Dennoch stimmten die Aktionäre der vorgeschlagenen Gewinnverwendung zu. Die Dividende liegt bei 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie. Genau das sorgte für Unmut: Kritiker werteten die Ausschüttung angesichts des laufenden Personalabbaus als zu hoch.
Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch wurde mit 98,46 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Auch neue Deckungsvergleiche im Zusammenhang mit dem Dieselskandal fanden breite Zustimmung.
Kurs nahe Jahrestief
Der heutige Abschlag von knapp 5 Prozent auf 80,48 Euro ist technisch erklärbar: Heute ist Ex-Dividenden-Tag. Der Kurs liegt damit nur rund 1,8 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 79,02 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Vorzugsaktie rund 24 Prozent verloren — weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 95,12 Euro.
Für den Sommer kündigte Blume weitere wichtige Entscheidungen gemeinsam mit dem Aufsichtsrat an. Konkrete Details nannte er nicht.
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