Am Donnerstag entscheidet sich die Zukunft von Volkswagen. Der Aufsichtsrat debattiert über Werksschließungen und Zehntausende gestrichene Stellen. Zeitgleich erwartet die Schweizer Großbank UBS eine massive Gewinnwarnung. Das alte Geschäftsmodell ist Geschichte.
Milliarden-Loch und Strategiekrise
UBS-Analyst Patrick Hummel hat den Markt bereits vorbereitet. Er rechnet mit einer Korrektur der Finanzziele im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich. Konzernchef Oliver Blume bestätigte die tiefe strukturelle Krise unlängst selbst. Das lange erfolgreiche System aus tiefem Engineering und Staatsnähe funktioniere nicht mehr. Die schnelle Software-Entwicklung und günstige chinesische Konkurrenten geben heute den Takt vor.
Harter Sparkurs bei Porsche und VW
Auch die Vorzeigetochter Porsche verschärft den Sparkurs. Laut Medienberichten streicht der Sportwagenhersteller zu den 3.900 angekündigten Stellen weitere 4.000 Arbeitsplätze. Besonders der Entwicklungsstandort Weissach steht auf dem Prüfstand. Dort wackeln fast ein Drittel der Kapazitäten. Ein neues Zukunftspaket soll bis Ende Juli Klarheit bringen.
Für die Kernmarke VW fallen die Pläne offenbar noch drastischer aus. Berichten zufolge könnten bis zu 50.000 weitere Jobs wegfallen. Sogar Werksschließungen stehen auf der Agenda. Beobachter rechnen mit dem Aus für mindestens zwei Fabriken. Im Aufsichtsrat kursiert parallel dazu ein radikales Szenario. Die Marke VW könnte in eine eigenständige Gesellschaft fließen. Die Volkswagen AG bliebe dann als reine Holding bestehen.
Proteste und fallende Kurse
Die Arbeitnehmerseite mobilisiert derweil massiven Widerstand. Die IG Metall hat für den Aktionstag am Donnerstag bundesweite Proteste an mehreren Standorten angekündigt. Das Ziel: die drohenden Sparpläne blockieren.
An der Börse spiegelt sich die Anspannung deutlich wider. Am Montag schloss das Papier bei 75,62 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf 28,73 Prozent. Charttechnisch bleibt die Lage prekär. Der Kurs notiert rund elf Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Die anstehende Aufsichtsratssitzung am 9. Juli zwingt das Management nun zum Handeln. Fällt die erwartete Gewinnwarnung tatsächlich in Milliardenhöhe aus, droht ein weiterer Kursrutsch. Die hohe Volatilität von fast 32 Prozent bleibt damit der ständige Begleiter der Aktionäre.
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