Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg steht die Zukunft von Volkswagen auf dem Spiel. Der Konzern plant den größten Umbau der Nachkriegsgeschichte. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze wackeln.
Der Vorstand debattiert drastische Einschnitte. Zu den bereits beschlossenen Streichungen plant das Management weitere 50.000 Entlassungen. Die Führungsebene prüft außerdem vier deutsche Werke auf eine mögliche Schließung. Konkret geht es um Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm.
Der Auslöser für diesen Schritt ist eine gefährliche Mischung. Volkswagen leidet unter hohen Kosten und der harten Konkurrenz durch chinesische Elektroautos. Hinzu kommen neue US-Zölle. Die Folge: Die Auslastung der Fabriken sinkt dramatisch.
Daten von Mobility Global belegen den Abwärtstrend. Aktuell arbeiten die heimischen Werke nur zu knapp 81 Prozent ihrer Kapazität. Besonders bitter trifft es den Standort Zwickau. Dort droht bis zum Jahr 2030 ein Absturz der Auslastung auf magere 42 Prozent.
Harte Fronten in Wolfsburg
Diese Pläne rufen die Arbeitnehmervertreter auf den Plan. Die IG Metall mobilisiert bereits Belegschaften an rund 20 Standorten. Gewerkschaftschefin Christiane Benner lehnt Werksschließungen strikt ab. Sie fordert feste Garantien für die heimische Produktion.
CEO Oliver Blume steht damit vor einer enormen Hürde. Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen halten im Aufsichtsrat weitreichende Stimmrechte. In der Vergangenheit scheiterten ähnliche Sanierungsversuche genau an dieser Machtverteilung.
Aktie nahe am Jahrestief
Am Aktienmarkt spiegelt sich die tiefe Krise wider. Das Papier von Volkswagen notiert aktuell bei 71,66 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf über 32 Prozent.
Die Anleger bleiben extrem vorsichtig. Das 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro rückt bedrohlich nahe. Eine schnelle Erholung der Kurse gilt am Markt angesichts der internen Kämpfe als unwahrscheinlich.
Die heutigen Beschlüsse setzen den Kurs für die nächsten Jahre. Blume muss einen Kompromiss zwischen harten Sparvorgaben und dem sozialen Frieden finden. Scheitert er an der Machtbasis der Gewerkschaften, verliert Volkswagen weiter an Boden gegenüber der internationalen Konkurrenz.
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