Am 5. August 2026 legt Voestalpine den Bericht zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vor. Analystenhäuser haben im Vorfeld erste Schätzungen veröffentlicht, die für den Stahlkonzern eine deutliche Ergebnisverbesserung nahelegen: Der Konsens geht von einem Gewinn je Aktie von durchschnittlich 1,01 Euro aus, nach 0,59 Euro im Vorjahresquartal. Beim Umsatz wird ein Wert von 3,98 Milliarden Euro erwartet. Es handelt sich um Prognosen, keine bestätigten Zahlen – die tatsächlichen Ergebnisse liegen erst mit der Veröffentlichung im August vor.
Solides Geschäftsjahr als Basis
Die Erwartung eines Gewinnsprungs fußt auf einer bereits sichtbaren operativen Erholung. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 hatte voestalpine Anfang Juni einen Umsatzrückgang auf 15,1 Milliarden Euro gemeldet, nach 15,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Trotz des niedrigeren Umsatzes stieg das EBITDA auf 1,5 Milliarden Euro von zuvor 1,3 Milliarden Euro, das EBIT legte um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 stellt der Konzern ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro in Aussicht.
Rückenwind erhält voestalpine seit Anfang Juli auch von der Handelspolitik. Seit dem 1. Juli 2026 gelten in der Europäischen Union verschärfte Schutzmaßnahmen für den Stahlmarkt: Die zollfreien Importkontingente wurden auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert, für Mehrmengen wird ein Zollsatz von 50 Prozent fällig. Die Maßnahme soll europäische Hersteller vor Billigimporten schützen und dürfte die Preissetzungsmacht heimischer Stahlkonzerne stärken.
Dividende steigt, neues Ausschüttungsmodell soll Planbarkeit schaffen
Auf der 34. ordentlichen Hauptversammlung Anfang Juli genehmigten die Aktionäre eine Dividendenerhöhung um 25 Prozent auf 0,75 Euro je Aktie, nach 0,60 Euro im Vorjahr. Ausgezahlt wurde die Dividende am 14. Juli 2026, der Ex-Dividendentag lag am 9. Juli. Mitte Juli kündigte der Konzern zudem an, ab dem Geschäftsjahr 2025/26 ein neues Dividendenmodell einzuführen: Eine verstetigte Mindestausschüttung soll die Planbarkeit für Investoren erhöhen, unabhängig von den zyklischen Schwankungen des Stahlgeschäfts. Parallel dazu hält voestalpine an ihrem Transformationsplan „greentec steel“ fest, der die Inbetriebnahme der ersten Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz für das erste Halbjahr 2027 vorsieht.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die jüngsten Einschätzungen der Analysehäuser fallen deutlich auseinander. JPMorgan-Analyst Dominic O’Kane stufte die Aktie am 10. Juli von „Underweight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 40 auf 50 Euro an – als Hauptgrund nannte er den verbesserten Schutz durch die neuen EU-Stahlzölle. Am selben Tag bestätigte Deutsche-Bank-Analyst Bastian Synagowitz seine Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 60 Euro. Deutlich skeptischer bleibt die Wiener Privatbank: Analyst Nicolas Kneip bekräftigte am 15. Juli sein „Verkaufen“-Rating und passte den fairen Wert nur geringfügig von 41,50 auf 42,10 Euro an.
Kurs deutlich über Jahrestief
Der Aktienkurs schloss am Montag bei 44,38 Euro und liegt damit rund 9,83 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro aus Ende Februar. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 17,53 Prozent zu Buche. Die Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 23,48 Euro, das Anfang August 2025 markiert wurde, fällt deutlich aus – der Kurs notiert inzwischen rund 89 Prozent darüber. Die kommenden Quartalszahlen am 5. August dürften zeigen, ob sich die zuletzt aufgehellte operative Entwicklung fortsetzt.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
