Voestalpine hat seit dem Rücksetzer im April des vergangenen Jahres einen starken Aufwärtstrend entwickelt und zudem eine wichtige Widerstandszone überschritten. Das ist umso bemerkenswerter, da das Umfeld weiterhin schwierig ist, die Zahlen stimmen jedoch.
Umsatz sinkt, Ergebnisse bleiben stark
Der Umsatz ging zwar auf 11,1 Milliarden Euro zurück und lag damit rund fünf Prozent unter dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist jedoch vor allem auf Portfolio- und Reorganisationsmaßnahmen zurückzuführen, operativ zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Besonders auffällig ist die Entwicklung auf der Ergebnisseite. Das EBITDA stieg in den ersten neun Monaten um gut sieben Prozent auf 1,04 Milliarden Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich von 8,2 auf 9,3 Prozent. Noch stärker fiel der Fortschritt beim EBIT aus, das um mehr als 20 Prozent auf 473 Millionen Euro zulegte. Unterm Strich steht ein klar höheres Ergebnis vor und nach Steuern, während der Free Cashflow mit 345 Millionen Euro deutlich positiv ausfiel. Gleichzeitig wurde die Nettoverschuldung weiter reduziert.
Diese Entwicklung zeigt, dass Voestalpine der anhaltend schwachen Nachfrage aus der europäischen Industrie, insbesondere aus dem Automobilsektor, nicht tatenlos gegenübersteht, sondern aktiv gegensteuert. Kostendisziplin, Effizienzprogramme und ein verbesserter Produktmix sorgen dafür, dass die Margen steigen, obwohl Volumen und Preise unter Druck stehen. In einzelnen Bereichen wie dem Bahninfrastrukturgeschäft bleiben die Auftragsniveaus stabil, während andere Divisionen saisonal oder zyklisch bedingt schwächer laufen.
Vor diesem Hintergrund ist es konsequent, dass das Management die EBITDA-Guidance für das Gesamtjahr 2025/26 unverändert bestätigt hat. Die Spanne von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro bleibt bestehen, obwohl das Marktumfeld in Europa weiterhin alles andere als freundlich ist. In den Erläuterungen klang zudem an, dass sich Preiserhöhungen im Stahlgeschäft erst zeitverzögert auswirken dürften und größere positive Effekte eher ab 2027 zu erwarten sind, wenn neue Vertragszyklen, Effizienzmaßnahmen und eine mögliche Belebung der Industrienachfrage zusammenkommen.
Voestalpine-Aktie im Chart-Check
Im Chart hat die Voestalpine-Aktie die letzte Widerstandszone ohne nennenswerte Reaktionen nach oben durchbrochen. Aktuell befindet sich der Kurs bereits wieder kurz vor der nächsten Zone, die sich aus den Hochs aus Mai 2028 ableitet. Hält der aktuelle Kaufdruck an, sollte es aus heutiger Sicht kein großes Hindernis sein, auch diese Hürde in nächster Zeit zu überwinden. Kommt es hingegen zu einem Rücksetzer, könnte die vorherige Zone zwischen 39 und 42 Euro interessant werden. Selbst wenn der Kurs darunter rutschen sollte, wäre der übergeordnete Aufwärtstrend noch nicht gebrochen. Es wäre jedoch ein erstes Signal für eine etwas größere Korrektur. In diesem Fall würde auch der Bereich zwischen 35 und 36 Euro sowie die dortige Unterstützungszone stärker in den Fokus rücken. Aufgrund des aktuellen Momentums gehe ich derzeit jedoch nicht von tiefen oder ausgeprägten Korrekturen aus. Hier die Voestalpine-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/drkTYrJT/
Aufgrund des starken Anstiegs würde ich aktuell von Short-Positionen absehen. Die Stärke im Markt spricht dafür, den Fokus vorerst auf die Long-Seite zu legen.
Dennoch würde ich auch hier nicht sofort einsteigen. Ein Einstieg auf dem aktuellen Niveau käme einem Kauf am Hoch gleich. Sollte der Markt anschließend korrigieren, wäre man direkt auf dem Hoch long positioniert. Ich würde daher einen Rücksetzer abwarten und dann an markanten Marken nach potenziellen Chancen suchen, etwa an einer Unterstützungszone, an den Hochs bei rund 40 Euro oder auch im Bereich der Tiefs um 37 Euro. Entscheidend ist dabei, dass dort Kaufkraft aufkommt oder sich erste Anzeichen einer Trendfortsetzung zeigen.
Ihr Konrad
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