Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine setzt bei seiner langfristigen Dekarbonisierungsstrategie auf eine engere Zusammenarbeit mit dem heimischen Energieversorger Verbund. Medienberichten zufolge haben beide Unternehmen heute einen erweiterten Rahmenvertrag unterzeichnet.
Die vertiefte Partnerschaft umfasst zentrale Bereiche der künftigen Energieversorgung, darunter den Bezug erneuerbarer Energien, den Einsatz von Batteriespeichern sowie Vorhaben rund um Wasserstoff.
Im heutigen Handel reagiert das Wertpapier verhalten auf die Meldung. Die Aktie von Voestalpine gibt um 1,2 Prozent nach und steht bei 45,16 Euro.
Energieversorgung für die Transformation
Die gesicherte Bereitstellung von Grünstrom und alternativen Energieträgern gilt als wesentliche Voraussetzung für den schrittweisen Umbau der Stahlherstellung. Am Heimatstandort Linz hat der Konzern bereits den Rohbau für die neue Elektrolichtbogenofen-Halle abgeschlossen. Von dort aus plant das Industrieunternehmen ab Februar 2027 die Auslieferung von CO₂-reduziertem Stahl.
Die nun vereinbarte engere Kooperation mit Verbund zielt darauf ab, die notwendige Netzinfrastruktur, Speicherlösungen und Grünstrommengen für den künftigen industriellen Dauerbetrieb abzustimmen. Dies verschafft dem Konzern operative Planungssicherheit für die kommenden Investitionsphasen.
Wachstumspläne im Bahnbereich
Parallel zu den energieintensiven Transformationsschritten treibt Voestalpine den weltweiten Ausbau seines Infrastrukturgeschäfts voran.
Unternehmensangaben zufolge soll der Umsatz in der Sparte Railway Systems von zuletzt rund 2,2 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2030/31 auf etwa 3 Milliarden Euro anwachsen.
Der Konzern untermauert diese Ambitionen durch gezielte Expansion in Nordamerika. Wie der ORF am 31. August berichtete, plant Voestalpine in Thorold in der kanadischen Provinz Ontario eine neue Produktionsstätte für Weichen- und Schienenkomponenten. Flankiert wird diese Errichtung durch einen langfristigen Liefervertrag mit der Eisenbahngesellschaft Canadian National.
Finanzieller Rahmen bleibt bestätigt
Die operative Basis für die Investitionen liefert ein stabiles Geschäftsjahr. Wie das Unternehmen vor über einem Monat mitteilte, kletterte das EBITDA im ersten Quartal 2026/27 auf 495 Millionen Euro, nach 361 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr 2026/27 hält der Konzern an seiner Ergebnisprognose fest und rechnet unverändert mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) in einer Bandbreite zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 7,87 Milliarden Euro beobachten Anleger nun, wie planmäßig die Großprojekte in Linz und Nordamerika voranschreiten.
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