Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ist mit einem massiven Gewinnsprung in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwoch mitteilte, kletterte das operative Ergebnis (EBITDA) im ersten Quartal auf 495 Millionen Euro, nach 361 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Auch unter dem Strich blieb deutlich mehr übrig: Der Nettogewinn stieg um 84,6 Prozent auf 196 Millionen Euro. Angesichts dieser Entwicklung bestätigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr.
Sondereffekte und Portfoliobereinigung stützen Ergebnis
Die Umsatzentwicklung verlief mit einem Anstieg auf 4,0 Milliarden Euro moderat, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 307 Millionen Euro ein Plus von 78,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichte. Das starke Ergebnis wurde jedoch maßgeblich durch Sondereffekte beeinflusst. Allein der Verkauf der Tochtergesellschaft voestalpine BÖHLER Profil steuerte rund 100 Millionen Euro zum EBITDA bei.
Diese Veräußerung markiert laut Unternehmensangaben den weitgehenden Abschluss der Portfoliobereinigung innerhalb der High Performance Metals Division.
Die finanzielle Stabilität verbesserte sich dadurch spürbar: Die Nettofinanzverschuldung sank bis zum 30. Juni auf 1,0 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 28,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Free Cashflow belief sich im Berichtsquartal auf 224 Millionen Euro, wobei auch hier etwa 150 Millionen Euro auf den Einmaleffekt des Verkaufs entfielen.
Großaufträge und grüne Transformation
Im Bereich Railway Systems konnte der Konzern den größten Einzelauftrag seiner Geschichte vermelden. Für das Infrastrukturprojekt Rail Baltica liefert Voestalpine Weichensysteme und digitale Überwachungstechnik im Wert von rund 470 Millionen Euro.
Erste Prototypen sollen im Jahr 2027 gefertigt werden. Parallel dazu treibt das Unternehmen den Umstieg auf eine emissionsärmere Produktion voran. Die Inbetriebnahme der neuen Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Zusätzlich genehmigte der Aufsichtsrat Expansionsinvestitionen von etwa 100 Millionen Euro für den Standort Donawitz. Damit soll die Kapazität der dortigen Anlagen ab 2030 weiter ausbaubar sein, sofern die entsprechenden Förderzusagen vorliegen.
Während die Automotive-Sparte innerhalb der Metal Forming Division weiterhin unter dem schwierigen Marktumfeld in der europäischen Automobilindustrie leidet, konnte die Steel Division in diesem Segment nach eigenen Angaben weitere Marktanteile gewinnen.
Analysten heben Kursziele an
Die jüngsten Geschäftszahlen und der strategische Fortschritt stießen bei Marktbeobachtern auf positive Resonanz. Die Analysten der Erste Group reagierten am vergangenen Mittwoch unmittelbar und hoben ihr Kursziel für die Aktie deutlich von 39,50 Euro auf 55,30 Euro an. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand weiterhin mit einem EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro.
An der Börse spiegelte sich der Optimismus zuletzt in einer Erholung wider, auch wenn das Papier gestern mit einem Abschlag bei 45,86 Euro schloss. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 21,45 Prozent zulegen. Damit notiert der Kurs derzeit rund 75,04 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 26,20 Euro, das im August des vergangenen Jahres markiert wurde.
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