Bei Voestalpine wechselt in einer Schlüsseldivision die Finanzführung. Eva Aigner übernimmt als CFO der Metal Engineering Division, während der Konzern zwischen US-Zöllen, EU-Schutzregeln und Dekarbonisierung steuert. Die Personalie ist mehr als ein interner Wechsel: Es geht um eine Sparte mit Gewicht im Bahn- und Spezialstahlgeschäft.
Wechsel in einer wichtigen Sparte
Aigner gehört seit dem 1. April 2026 dem Vorstand der Metal Engineering Division an. Sie folgt auf Martin Reisetbauer, der mit dem 1. Juni 2026 in den Ruhestand geht.
Ihr Ressort ist breit. Neben Controlling, Finanzen und Bilanzierung verantwortet sie Risikomanagement, IT, Datenschutz, Arbeitsmedizin und Recht. Das passt zu ihrem Profil: Aigner ist Juristin und seit über zwei Jahrzehnten im Konzern.
In dieser Zeit arbeitete sie in Geschäftsführungen von voestalpine Railway Systems und voestalpine Rail Technology. Sie kennt damit genau jenen Bereich, der die Division besonders prägt.
Bahn-Infrastruktur als Kern
Die Metal Engineering Division zählt zu den wichtigsten Bausteinen des Konzerns. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte sie einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Rund 15.100 Beschäftigte arbeiten in der Sparte.
Der Kern liegt im Bahngeschäft. Mit Railway Systems ist Voestalpine globaler Marktführer für Eisenbahninfrastruktur, Diagnose- und Überwachungslösungen sowie Software für das Wartungsmanagement. Das macht die Division strategisch wertvoll, gerade in einem Markt mit hoher Investitions- und Regulierungstiefe.
Der Zeitpunkt bleibt anspruchsvoll. US-Importzölle belasten das Ergebnis mit bis zu 80 Millionen Euro. Auf dem Heimatmarkt hilft dagegen ein strengeres europäisches Handelsregime.
Ab Juli sinken die Importquoten. Außerhalb der Kontingente steigt der Zoll auf 50 Prozent. Seit Januar verteuern CO₂-Zertifikate konventionellen Stahl um bis zu 70 Euro je Tonne.
Voestalpine kann davon profitieren, weil der Konzern bei emissionsärmerer Produktion bereits vorangekommen ist. Für die neue CFO bedeutet das: Kostenkontrolle und Investitionsdisziplin werden direkt mit der Wettbewerbsposition verknüpft.
Greentec bleibt der große Hebel
Der erste Elektrolichtbogenofen soll im Februar 2027 in Linz starten. Eine zweite Einheit soll in Donawitz folgen. Gemeinsam sollen die Anlagen jährlich 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produzieren.
Bis 2029 will Voestalpine die Gesamtemissionen um fast ein Drittel senken. Das ist industriell ein großer Schritt, finanziell aber kein Nebenprojekt. Gerade deshalb rückt die Finanzsteuerung in der Division stärker in den Blick.
Der nächste harte Prüfpunkt ist der 3. Juni 2026. Dann veröffentlicht Voestalpine die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26. Im Mittelpunkt steht das EBITDA-Ziel von 1,55 Milliarden Euro. Sinkende Rohstoff- und Energiekosten helfen den Margen, während Zölle und schwankende Nachfrage den Spielraum eng halten.
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