Wer an der erhöhten Dividende von Voestalpine teilhaben will, muss jetzt handeln. Der Nachweisstichtag für die Hauptversammlung fällt auf den 21. Juni — in wenigen Tagen entscheidet sich, wer stimmberechtigt ist und die Ausschüttung kassiert.
Dividende steigt um 25 Prozent
Der Vorstand schlägt vor, die Dividende von 0,60 auf 0,75 Euro je Aktie anzuheben. Wer an der Abstimmung am 1. Juli teilnehmen will, muss bis zum 26. Juni eine Depotbestätigung einreichen. Die Zustimmung der Hauptversammlung gilt als Formsache — das Fundament dafür liefern die Zahlen.
Das abgelaufene Geschäftsjahr verlief trotz Umsatzrückgang stark. Der Umsatz sank auf 15,1 Milliarden Euro, das EBIT kletterte jedoch auf 724 Millionen Euro — ein Plus von 59 Prozent. Der Jahresüberschuss verdoppelte sich auf 424 Millionen Euro.
Hinter der Dividendenerhöhung steckt eine neue Ausschüttungspolitik. Voestalpine zahlt künftig 30 Prozent des Gewinns je Aktie aus, sofern das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA unter 2,0 bleibt. Die Untergrenze liegt bei 0,40 Euro je Aktie. Für das laufende Jahr erwartet das Management ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro.
Regulatorischer Rückenwind aus Brüssel
Das regulatorische Umfeld dreht sich zugunsten europäischer Stahlproduzenten. Der EU-Rat hat am 8. Juni verschärfte Schutzmaßnahmen beschlossen. Ab Juli sinken die Importquoten um rund 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen. Zölle außerhalb dieser Quoten steigen von 25 auf 50 Prozent.
Ab Oktober kommt das „Melt-and-Pour“-Prinzip hinzu. Importeure müssen dann nachweisen, wo ihr Stahl ursprünglich geschmolzen und gegossen wurde. Seit Januar bepreisen CBAM-Zertifikate den CO₂-Fußabdruck von Stahlimporten — Importstahl aus emissionsintensiven Ländern wird dadurch teurer. Für Voestalpine bedeutet das strukturellen Vorteil.
Risiken bleiben real
US-Strafzölle belasteten das Ergebnis in zweistelliger Millionenhöhe. Hohe Gaspreise nach Sperrungen in der Straße von Hormus kamen hinzu — Voestalpine federt das durch hohe Eigenversorgung ab. Höhere Zinsen drücken die Investitionsbereitschaft in Bau und Maschinenbau, zwei wichtige Abnehmermärkte.
Die Aktie notiert aktuell bei 46,54 Euro, ein leichtes Minus von 1,19 Prozent am heutigen Tag. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 100 Prozent — vom 52-Wochen-Tief bei 22,20 Euro hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 49,22 Euro fehlen noch rund fünf Prozent.
Laut Eurofer dürfte der Stahlverbrauch in der EU 2026 um vier bis fünf Prozent steigen. Die Lagerbestände sind nach drei Jahren des Abbaus niedrig — eine Wiederauffüllung gilt als wahrscheinlich und käme Voestalpine direkt zugute.
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