Die Anleger greifen am heutigen Dienstag verstärkt bei Voestalpine zu. Am Tag vor der geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse zum ersten Quartal 2026/27 legt die Aktie um 4,88 % zu und notiert bei 48,12 €. Damit rückt das Papier bis auf knapp 2,23 % an sein 52-Wochen-Hoch heran, das Ende Februar markiert wurde. Die Marktteilnehmer positionieren sich damit offensichtlich für den morgigen Bericht, der Aufschluss über den Start in das neue Geschäftsjahr geben wird.
Analysten erwarten stabiles erstes Quartal
Für den morgigen Mittwoch wird die Veröffentlichung der Zahlen zum Stichtag 30. Juni erwartet. Medienberichten zufolge prognostiziert der Analysten-Konsens ein Ergebnis je Aktie von 1,02 Euro. Beim Quartalsumsatz rechnen Marktbeobachter mit einem Wert von rund 3,99 Milliarden Euro. Diese Kennzahlen bilden die erste Grundlage für die Beurteilung des laufenden Turnus, nachdem der Konzern das vergangene Geschäftsjahr mit einer deutlichen Gewinnsteigerung abgeschlossen hatte.
Anfang Juni legte die Voestalpine AG die geprüften Jahreszahlen für 2025/26 vor. Dabei kletterte das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) auf 1,5 Milliarden Euro, verglichen mit 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Besonders deutlich fiel das Plus beim EBIT aus, das um 59 % auf 724 Millionen Euro stieg. Dieser Aufwärtstrend soll sich nach den Plänen des Managements fortsetzen.
Rahmenbedingungen und Ausblick für 2026/27
Für das Geschäftsjahr 2026/27 sieht der Ausblick des Unternehmens ein EBITDA in einer Spanne von 1,60 Milliarden bis 1,85 Milliarden Euro vor. Ein entscheidender Faktor für die künftige Ertragskraft könnten die seit dem 1. Juli geltenden verschärften Schutzmaßnahmen der Europäischen Union für den Stahlmarkt sein. Die neuen Regelungen sehen vor, dass zollfreie Importkontingente sinken. Für Importmengen, die diese Kontingente überschreiten, wird nun ein Zollsatz von 50 % angewendet. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlhersteller gegenüber Importen aus Drittstaaten zu stützen.
Neben den operativen Aussichten profitierten die Anteilseigner zuletzt von einer erhöhten Ausschüttung. Die 34. ordentliche Hauptversammlung beschloss am 1. Juli eine Dividende von 0,75 Euro pro Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr, was eine Steigerung gegenüber den 0,60 Euro des Vorjahres darstellt. Die Abwicklung dieser Dividendenzahlung wurde am 14. Juli abgeschlossen.
Divergierende Einschätzungen der Analysehäuser
Innerhalb der Analystenschaft zeigen sich kurz vor der Zahlenvorlage unterschiedliche Sichtweisen auf das Potenzial des österreichischen Stahlkonzerns. Dominic O’Kane vom Analysehaus J.P. Morgan stufte die Aktie am 26. Juli mit „Overweight“ und einem Kursziel von 50,00 Euro ein. Er begründete seine positive Einschätzung unter anderem mit dem verbesserten Schutz der Branche durch die EU-Zollregelungen.
Am selben Tag äußerte sich Nicolas Kneip von der Wiener Privatbank deutlich skeptischer. Er bestätigte sein „Sell“-Rating für den Titel und nannte ein Kursziel von 42,10 Euro. Damit spiegeln die aktuellen Markteinschätzungen eine gewisse Unsicherheit darüber wider, wie stark die regulatorischen Vorteile die konjunkturellen Herausforderungen im Stahlsektor tatsächlich kompensieren können. Die morgigen Details zum Geschäftsverlauf werden hier für weitere Klarheit sorgen.
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