Voestalpine hat mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026/27 einen kräftigen Ergebnissprung vorgelegt. Das EBITDA kletterte auf 495 Millionen Euro nach 361 Millionen Euro im Vorjahr, das EBIT stieg auf 307 Millionen Euro von zuvor 172 Millionen Euro.
Getragen wurde der Anstieg von Sondereffekten in Höhe von rund 100 Millionen Euro aus dem Verkauf der Tochter Böhler Profil sowie vom größten Einzelauftrag der Firmengeschichte: einem 470-Millionen-Euro-Kontrakt für das Bahninfrastrukturprojekt Rail Baltica.
Guidance bestätigt, Investitionen laufen weiter
Für das laufende Geschäftsjahr hält der Konzern an seiner Prognose fest und erwartet ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Gleichzeitig treibt Voestalpine seine Dekarbonisierungsstrategie voran: Für das Projekt „greentec steel“ am Standort Donawitz wurde eine zusätzliche Investition von rund 100 Millionen Euro genehmigt.
In den USA ging zudem eine 70 Millionen Euro teure Anlage zur Produktion von Lastwagen-Längsträgern in Jeffersonville, Indiana, in Betrieb, während in Kanada die Kapazitäten für Spezialgleislösungen ausgebaut werden sollen.
Der Konzern spart parallel bei den Personalkosten. Zum 30. Juni 2026 lag die Belegschaft mit 48.640 Vollzeitäquivalenten um 1,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau – Folge von Reorganisationsmaßnahmen in den Divisionen High Performance Metals und Metal Forming.
Ermittlungen beim Betriebsrat belasten das Bild
Neben den operativen Erfolgen sorgt eine andere Nachricht für Aufmerksamkeit: Voestalpine bestätigte Untersuchungen zu Medienberichten über mutmaßliche finanzielle Unregelmäßigkeiten beim Betriebsrat der Tochtergesellschaft Voestalpine Tubulars am Standort Kindberg.
Im Raum steht der Verdacht persönlicher Bereicherung. Details zum Umfang oder Ausgang der Untersuchungen liegen bislang nicht vor, dennoch dürfte das Thema die Berichterstattung über den Konzern in den kommenden Wochen begleiten.
Technologisch bleibt Voestalpine derweil aktiv im Bahngeschäft: Die Konzerneinheit Railway Systems stellte eine neue Generation von EULYNX-Objektcontrollern vor, die der Digitalisierung von Feldelementen in der Bahninfrastruktur dienen sollen – ein weiterer Baustein im Zusammenspiel mit Großprojekten wie Rail Baltica.
Kursreaktion und Ausblick
An der Börse zeigte sich zuletzt eine gewisse Verschnaufpause: Am Freitag gab die Aktie um 1,8 Prozent nach und schloss bei 46,10 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 22 Prozent zu Buche, ein Beleg dafür, dass Anleger die operative Erholung des Konzerns honorieren.
Die Erste Group hatte die Aktie am 7. August von „Hold“ auf „Accumulate“ hochgestuft und das Kursziel von 39,50 auf 55,30 Euro angehoben – ein deutliches Signal für das Vertrauen in die fortgesetzte Ergebnisverbesserung. Ob die Ermittlungen in Kindberg das operative Bild langfristig trüben, bleibt abzuwarten. Kurzfristig überwiegen für Anleger jedoch die starken Quartalszahlen und die bestätigte Jahresprognose.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 15. August liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
