Voestalpine Aktie: 470-Millionen-Auftrag Rail Baltica gesichert

Voestalpine startet mit Umsatz- und Gewinnplus ins neue Geschäftsjahr. Rekordauftrag für Bahninfrastruktur und Schuldenabbau stärken die Bilanz.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt um 2,4 Prozent
  • Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte
  • Nettoverschuldung sinkt deutlich
  • Analysten erhöhen Kursziel auf 55 Euro

Voestalpine ist mit einem deutlichen Wachstum in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern konnte im ersten Quartal sowohl den Umsatz als auch die wesentlichen Ergebniskennzahlen signifikant steigern. Ein Sonderfaktor aus einer Veräußerung sowie der größte Einzelauftrag der Konzerngeschichte prägten die ersten drei Monate des Turnus.

Ergebnisdynamik durch Sondereffekte und Rekordauftrag

In dem am vergangenen Mittwoch abgeschlossenen ersten Quartal stieg der Umsatz des Konzerns um 2,4 % auf 4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 361 Millionen auf 495 Millionen Euro.

In diesem Zuwachs ist ein Sondereffekt in Höhe von rund 100 Millionen Euro enthalten, der aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft Böhler Profil resultiert. Das Ergebnis nach Steuern legte laut Unternehmensangaben um 84,6 % auf 196 Millionen Euro zu.

Parallel zu den Finanzzahlen vermeldete das Segment Railway Systems einen operativen Meilenstein: Mit einem Volumen von 470 Millionen Euro sicherte sich der Bereich für das Projekt Rail Baltica den größten Einzelauftrag in der Geschichte von Voestalpine.

Dieser Erfolg unterstreicht die Position des Konzerns in der Bahninfrastruktur, während gleichzeitig die strategische Transformation vorangetrieben wird. Die Inbetriebnahme neuer Elektrolichtbogenöfen an den Standorten Linz und Donawitz im Rahmen der Greentec-Stahl-Strategie ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.

Bilanzielle Stärkung und optimistischer Analystenblick

Die finanzielle Verfassung des Konzerns hat sich im Berichtsquartal spürbar gefestigt. Die Nettofinanzverschuldung wurde zum Stichtag Ende Juni um 28,7 % auf 1 Milliarde Euro gesenkt, was die Gearing Ratio auf 12,9 % verbesserte.

Medienberichten zufolge wurde zudem die Prognose für den Free Cashflow für das Gesamtjahr auf rund 250 Millionen Euro angehoben. Der Vorstand bestätigte die bisherige Guidance für das EBITDA, das im Geschäftsjahr 2026/27 in einer Bandbreite zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro erwartet wird.

Die jüngsten Entwicklungen führten am vergangenen Freitag zu einer Neubewertung durch die Analysten der Erste Group. Das Analysehaus hob das Kursziel für den Wert deutlich von 39,50 Euro auf 55,30 Euro an und vergab das Rating „Accumulate“. Die Experten verwiesen dabei auf die verbesserte Ertragslage und die Fortschritte beim Schuldenabbau.

An der Börse wird das Papier heute mit 46,94 Euro gehandelt, was einem leichten Tagesrückgang von 0,59 % entspricht. Trotz der kurzfristigen Konsolidierung notiert die Aktie damit knapp 4,63 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch und zeigt eine stabile Jahresentwicklung. Ein Personalrückgang um 1,8 % auf 48.640 Beschäftigte resultierte zuletzt primär aus Reorganisationsmaßnahmen in den Divisionen High Performance Metals sowie Automotive Components.

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