Ein Stahlkonzern baut gerade seine Zukunft um – wortwörtlich. In Linz wächst eine Halle mit 100 Metern Länge und 65 Metern Höhe. Sie soll ab Februar 2027 den ersten Elektrolichtbogenofen von Voestalpine aufnehmen.
Noch im Juli 2026 will der Konzern den Stahlbau für diese Halle abschließen. Das Projekt trägt den Namen „greentec steel“ und ist mit rund 1,5 Milliarden Euro das größte Klimaschutzprogramm Österreichs. Der Zeitplan hält bislang.
Weg von der Hochofenroute
Voestalpine steigt schrittweise von der klassischen Hochofenroute auf elektrifizierte Stahlerzeugung um. Das Ziel: Bis 2029 sollen rund 30 Prozent der CO2-Emissionen wegfallen. Für die Wettbewerbsfähigkeit unter den strengeren EU-Emissionsregeln ist dieser Umbau zentral.
Anleger bewerten solche Großprojekte nicht nur nach Klimazielen. Sie fragen, ob der Konzern Termine hält. Bislang liefert Voestalpine planmäßig.
Neue Handelsschranken stützen den Markt
Seit dem 1. Juli 2026 gilt ein neues EU-Schutzsystem für Stahlimporte. Die zollfreie Einfuhrmenge liegt bei jährlich 18,3 Millionen Tonnen. Wer diese Grenze überschreitet, zahlt einen Zoll von 50 Prozent.
Das ändert die Wettbewerbslage in Europa spürbar. Analysten erwarten, dass der Schutz vor Billigimporten aus Asien die Margen von Voestalpine stabilisiert – selbst wenn die Nachfrage aus Bau- und Automobilbranche verhalten bleibt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 peilt der Konzern ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro an.
Aktie testet wichtige Marke
Am Freitag schloss die Voestalpine-Aktie bei 44,64 Euro, ein Plus von 2,39 Prozent. Damit liegt der Kurs knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,80 Euro – nur 0,36 Prozent Abstand.
Der langfristige Trend bleibt jedoch intakt. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 40,90 Euro beträgt der Abstand über neun Prozent, ein deutliches Polster nach oben.
Am 5. August veröffentlicht Voestalpine die Zahlen zum ersten Quartal 2026/27. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,01 Euro, nach 0,59 Euro im Vorjahresquartal – fast eine Verdopplung. Ob das reicht, um die Marke von 44,80 Euro zu knacken, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.
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