Voestalpine hat mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 gezeigt, dass der Erholungskurs auf mehreren Ebenen greift. Der Konzern steigerte den Umsatz auf 4 Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.
Deutlich kräftiger fiel der Ergebnissprung aus: Das EBIT kletterte um 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro, das EBITDA verbesserte sich von 361 auf 495 Millionen Euro.
Auch unterhalb der operativen Ebene zeigt sich der Fortschritt. Das Ergebnis vor Steuern verdoppelte sich nahezu auf 279 Millionen Euro nach 139 Millionen Euro im Vorjahr, das Ergebnis nach Steuern stieg auf 196 Millionen Euro von zuvor 106 Millionen Euro. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibt mit einer EBITDA-Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro unverändert bestehen.
Bilanz entschuldet sich, Cashflow profitiert von Verkauf
Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Nettofinanzverschuldung: Sie sank zum 30. Juni um 28,7 Prozent auf 1 Milliarde Euro. Der freie Cashflow des Quartals belief sich auf 224 Millionen Euro, enthielt darin allerdings einen Einmaleffekt von rund 150 Millionen Euro aus dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil an Kadant Inc.
Ohne diesen Sondereffekt wäre die operative Cash-Generierung deutlich moderater ausgefallen – ein Punkt, den Anleger bei der Einordnung der Entschuldung berücksichtigen sollten.
Rail Baltica als größter Einzelauftrag der Firmengeschichte
Parallel zu den Zahlen meldete Voestalpine den bislang größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte: Für die neue Hochleistungsstrecke Rail Baltica sicherte sich der Konzern ein Volumen von 470 Millionen Euro. Der Auftrag unterstreicht die Position im Schienengeschäft und liefert über mehrere Jahre Visibilität für das Bahntechnik-Segment.
Zugleich investiert der Konzern in die Zukunft der Stahlproduktion: Der Aufsichtsrat genehmigte eine Expansionsinvestition von rund 100 Millionen Euro am Standort Donawitz. Das Geld fließt in die Elektrifizierung der Stahlproduktion ab 2030, unter anderem in ein Upgrade der Stromversorgung, eine dritte Sekundärmetallurgie-Linie und eine erweiterte Schrott-Logistik.
Kurs konsolidiert nach starkem Lauf
An der Börse hat die Aktie die guten Nachrichten bereits zu großen Teilen eingepreist. Nach einem Anstieg von 69 Prozent auf Zwölfmonatssicht und 22 Prozent seit Jahresbeginn schloss das Papier am Freitag bei 46,10 Euro, ein Minus von 1,8 Prozent auf Tagessicht.
Zum 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen noch gut sechs Prozent, während der Abstand zum Jahrestief von 26,74 Euro vom August 2025 komfortable 72 Prozent beträgt.
Von der Analystenseite kam zuletzt Rückenwind: Die Erste Group stufte die Aktie am 7. August mit „Accumulate“ ein und nannte ein Kursziel von 55,00 Euro. Damit sehen die Analysten trotz der bereits gelaufenen Rallye weiteres Potenzial – gestützt auf die verbesserte Bilanzqualität, den Großauftrag im Schienengeschäft und die bestätigte Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr.
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