Vodafone-Aktie: Wo drückt der Schuh?

Die Vodafone-Aktie setzt ihre schwache Kursentwicklung der letzten Tage am Dienstag mit einem Kursverlust von fast 4% fort.Was drückt beim Telekomriesen auf den Kurs?

Auf einen Blick:
  • SpaceX und Rocket Lab USA steigen in Mobilfunkgeschäft ein
  • SpaceX weitet Direct-to-Cell-Satellitentechnologie 2026 aus
  • Rocket Lab kauft Iridium mit globalem Kommunikationsnetzwerk

Die Vodafone-Aktie setzt ihre schwache Kursentwicklung der letzten Tage am Dienstag mit einem Kursverlust von fast vier Prozent fort. Die Aktie des Telekomriesen fällt damit fast auf den tiefsten Stand im aktuellen Jahr. Was drückt bei Vodafone auf den Kurs?

Angriff aus dem Weltall

In den Telekommarkt kommt derzeit viel Bewegung und das hat nicht mit den Playern der Branche selbst zu tun, sondern mit zwei Raumfahrtunternehmen: SpaceX und Rocket Lab USA. Sie drängen aggressiv in den Telekommunikationsmarkt und könnten das Mobilfunkgeschäft fundamental verändern. Das Zauberwort heißt diesbezgüglich „Direct-to-Device“, also Mobilfunkempfang direkt vom Satelliten auf das ganz normale Smartphone, ohne dass man dafür Spezialantennen benötigt.

SpaceX hat Direct-to-Cell-Satelliten im All und weitet diese Technologie im Jahr 2026 rasant aus. In den USA kooperiert SpaceX dafür mit T-Mobile, in anderen Regionen mit Konkurrenten von Vodafone. Sobald Starlink flächendeckend Sprache, SMS und Daten direkt auf normale Smartphones streamen kann, verliert Vodafone in ländlichen Regionen, auf hoher See oder in Schwellenländern sein Monopol auf Konnektivität.

Rocket Lab hat sich durch eine aggressive Übernahmestrategie von einem reinen Raketenbauer zu einem voll integrierten Raumfahrtkonzern hochgearbeitet. Das Unternehmen hat mit dem Kauf des Satelliten-Urgesteins Iridium sein eigenes, globales Kommunikationsnetzwerk mit über 2,5 Millionen Kunden geschaffen.

Iridium verfügt über das extrem wertvolle und wetterunabhängige L-Band-Frequenzspektrum. Da Rocket Lab dieses Netzwerk nun für moderne Direct-to-Device-Dienste aufrüsten will, entsteht für Vodafone im B2B-Bereich (z.B. Vernetzung von Autos, Schiffen und IoT-Geräten in der Logistik) ein neuer, hochkompetenter Technologiepartner abseits von SpaceX.

Der Wettbewerb belebt sich

Die beiden Raumfahrtunternehmen zwingen Vodafone und andere Mobilfunkkonzerne dazu, sich von reinen „Masten-Betreibern“ am Boden zu hybriden Mobilfunk- und Satelliten-Netzwerkbetreibern zu transformieren. Der Wettbewerb in der ansonsten so behäbigen Telekommunikationsbranche scheint sich zu beleben.

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