Ein Machtwechsel im Aktionärsregister von Vodafone: Der arabische Telekomkonzern e& (Emirates Telecommunications Group) verkauft seine komplette Beteiligung an den französischen Milliardär Xavier Niel. Damit übernimmt ein neuer Ankerinvestor die bislang von den Emiratis gehaltene Machtposition beim britischen Telekomriesen.
Deal mit Milliardenvolumen
Niels Erwerbsvehikel Vega, das vollständig der Niel-Familiengruppe gehört, kauft rund 3,9 Milliarden Vodafone-Aktien für 112,5 britische Pence je Papier. Das ergibt einen Gesamtwert von etwa 5,95 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 5,1 Milliarden Euro. Im Preis enthalten ist eine Komponente für die Zwischendividende von gut 2 Pence je Aktie, die Ende Juli fließt.
Der vereinbarte Kurs liegt deutlich über dem letzten Schlusskurs von 97,76 Pence — ein Aufschlag von gut 15 Prozent. e& sichert sich damit einen Nettomittelzufluss von etwa 1,3 Milliarden Dollar und zieht sich vollständig aus der Vodafone-Führung zurück: Der Board-Vertreter der Emiratis hat sein Mandat als nicht-geschäftsführender Direktor bereits niedergelegt.
Mit dem Abschluss der Transaktion, der bis Jahresende über außerbörsliche Blockgeschäfte erfolgen soll, wird Vega mit rund 16,2 Prozent der Kapitalanteile und gut 17 Prozent der Stimmrechte größter Einzelaktionär von Vodafone. Die Finanzierung stellt Niel gemeinsam mit Finanzinstituten bereit — ohne Rückgriff auf und ohne Einfluss auf die Verschuldung anderer Konzerngesellschaften der Niel-Gruppe.
Kein Übernahmeangebot
Nach dem britischen Übernahmekodex hat Vega mit der Mitteilung ausdrücklich klargestellt, kein Angebot für das gesamte Aktienkapital von Vodafone zu planen. Der Einstieg ist als langfristige, strategische Minderheitsbeteiligung konzipiert. Niel selbst betonte die Qualität der Vodafone-Marken und deren Marktführerschaft in Europa und Afrika und verwies auf sein Track Record bei früheren Minderheitsbeteiligungen an Tele2 und Millicom.
Die Niel-Gruppe bringt über ihre Telekomengagements — darunter iliad, Salt, Eir, Tele2 und Millicom — nach eigenen Angaben rund 139 Millionen Mobilfunkkunden und mehr als 24 Milliarden Euro Jahresumsatz in die Beziehung ein. Für Vodafone bedeutet der Eigentümerwechsel vor allem eines: Ein neuer Anker-Investor mit ausgewiesener Sektorerfahrung ersetzt einen strategisch distanzierteren Staatsfonds-Aktionär aus dem Nahen Osten.
Die physische Abwicklung der Aktienübertragung soll nach Erhalt der nötigen regulatorischen Freigaben bis Ende 2026 erfolgen. Vega kündigte an, in Kürze Gespräche mit der britischen Regierung über die geplante Investition aufzunehmen.
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