Vodafone hat sich mit seinem indischen Joint Venture Vodafone Idea auf die Bereinigung alter Verpflichtungen verständigt. Die Aktie des britischen Telekomkonzerns schloss heute in London 0,4 Prozent höher bei 98,88 Pence. Mit der Einigung wird ein Streitkomplex abgeschlossen, der bis zur Fusion von Vodafone India und Idea Cellular im Jahr 2017 zurückreicht.
Belastung fällt deutlich kleiner aus als zunächst möglich
Im Zuge der Fusion 2017 war ein Mechanismus zur Anpassung von Eventualverbindlichkeiten vereinbart worden, der sogenannte CLAM. Die maximale Belastung für Vodafone lag ursprünglich bei 793 Millionen Euro und war nach bereits geleisteten Zahlungen auf 606 Millionen Euro gesunken. Die nun erzielte Lösung fällt deutlich niedriger aus.
Vodafone zahlt 219 Millionen Euro in bar und legt zusätzlich 3,28 Milliarden Aktien von Vodafone Idea für dessen Zwecke zurück – das entspricht einer Beteiligung von rund drei Prozent. Vodafone Idea kann Vodafone anweisen, diese Aktien zu verkaufen; der Erlös würde dann an das indische Unternehmen fließen. Nach Umsetzung der Vereinbarung hält Vodafone noch 13 Prozent an Vodafone Idea.
Bilanzielle Wirkung laut Vodafone neutral
Bemerkenswert ist die buchhalterische Darstellung: Vodafone betont, die Einigung führe netto nicht zu einer zusätzlichen Cash-Belastung. Hintergrund ist, dass Vodafone Idea im Gegenzug ausstehende Servicegebühren in Höhe von 219 Millionen Euro begleichen soll. Beide Posten waren in Vodafones Bilanz bereits mit null bewertet.
Dass Beteiligung und Forderungen seit längerem abgeschrieben sind, erklärt die verhaltene Kursreaktion. Für Anleger bleibt damit vor allem die Frage, welchen Wert die verbleibende 13-Prozent-Beteiligung in einem weiterhin schwierigen indischen Markt tatsächlich noch hat – und ob sich dort künftig eine nachhaltige Stabilisierung abzeichnet.
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