Zweistelliges Wachstum, stabile Marge, trotzdem Abschläge: Vitec hat im dritten Quartal geliefert, was der Markt erwartet hatte. Mehr aber auch nicht. Die Aktie gab am Berichtstag zeitweise um rund vier bis fünf Prozent nach.
Zahlen im Rahmen der Erwartungen
Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 909 Millionen schwedische Kronen. Das EBITA legte im selben Tempo auf 272 Millionen Kronen zu, die Marge hielt sich bei knapp 30 Prozent. Der Gewinn je Aktie wuchs auf 3,00 Kronen, ein Plus von 7 Prozent. Der Vorstand sprach selbst von Ergebnissen „in line with expectations“.
Die Qualität des Wachstums ist allerdings differenziert zu betrachten. Das organische Plus bei den Abonnementerlösen lag bei 4,1 Prozent. Der Rest stammt aus Zukäufen und aus transaktionsbasierten Umsätzen, die um 23 Prozent zulegten. Treiber dort waren der Immobilienmarkt in Schweden und Norwegen sowie mehr Energiehandel bei der Tochter Enova. Beides sind zyklische Größen.
Der Anteil wiederkehrender Erlöse sank dadurch leicht auf 88 Prozent, nach 90 Prozent im Vorjahr. Marktbeobachter könnten genau darin einen Grund für die Zurückhaltung sehen.
Zukäufe, Verschuldung und Umbau
Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA fiel auf das 2,15-Fache, nach 2,22 im Vorquartal. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 1,67, die Differenz geht auf Übernahmen zurück. Ungenutzte Kreditlinien von gut 1,2 Milliarden Kronen lassen Spielraum für weitere Deals.
Nach Quartalsende schloss Vitec zwei Akquisitionen ab, und der Zufluss an Kaufgelegenheiten hat nach Konzernangaben spürbar zugenommen. Der Konzern betont aber, nicht möglichst viele, sondern passende Firmen kaufen zu wollen.
Intern stellte Vitec im September das Management neu auf. Die Regionalverantwortlichen berichten nun direkt an CEO Olle Backman, die COO-Position entfällt. Finanzchef Peter Lidström übernimmt zusätzliche Bereiche wie IT und Kommunikation.
Beim Thema KI setzt das Unternehmen auf Effizienz. Die Entwicklungskosten sollen absolut ungefähr gleich bleiben, während der Output steigt. Das Management sieht KI als Verstärker der schwer ersetzbaren Schichten rund um den Softwarekern, etwa Branchenwissen, Daten und Compliance.
Parallel dazu beschloss der Vorstand den Kauf von bis zu 200.000 eigenen B-Aktien, etwa 0,5 Prozent des Kapitals. Das dient allein der Bedienung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und ist kein klassischer Rückkauf zur Wertsteigerung. Die Käufe sind bis zur Hauptversammlung 2027 möglich.
Einen konkreten Zahlenausblick für 2027 gibt es nicht. Erwartet wird weiterhin rund 4 Prozent organisches Wachstum bei den Abonnements. Der nächste Termin ist der Jahresbericht am 10. Februar 2027, die Hauptversammlung folgt am 27. April 2027.
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