Die Aktie von Vistra verzeichnete am Freitag zum Handelsauftakt an den US-Börsen einen Kurssprung von etwa 15 Prozent und notierte bei rund 173 Dollar. Auslöser war die Bekanntgabe von 20-jährigen Stromabnahmeverträgen mit Meta Platforms. Der Energiekonzern wird mehr als 2.600 Megawatt aus drei seiner Atomkraftwerke an den Facebook-Mutterkonzern liefern.
Meta sichert sich damit Energie für seine wachsenden Rechenzentren, die durch den Ausbau von künstlicher Intelligenz einen stark steigenden Strombedarf haben. Die Lieferungen beginnen bereits in diesem Jahr und sollen die Kraftwerke Perry und Davis-Besse in Ohio sowie Beaver Valley in Pennsylvania umfassen. Der Deal finanziert auch Erweiterungen an den Ohio-Anlagen und verlängert die Laufzeit der Kraftwerke, die mindestens bis 2036 lizenziert sind.
Meta investiert in neue Reaktortechnologie
Neben dem Vistra-Deal kündigte Meta auch Partnerschaften mit den Entwicklern Oklo und TerraPower an, um sogenannte Small Modular Reactors zu fördern. Diese kleineren Reaktoren sollen ab 2030 und 2032 ans Netz gehen. Oklo-Aktien stiegen daraufhin im vorbörslichen Handel um 19 Prozent auf 115,75 Dollar. TerraPower, das vom Milliardär Bill Gates unterstützt wird, soll zwei Reaktoren mit bis zu 690 Megawatt entwickeln.
Joel Kaplan, Chief Global Affairs Officer bei Meta, erklärte, die Vereinbarungen würden Meta zu einem der bedeutendsten Unternehmenskäufer von Atomenergie in der amerikanischen Geschichte machen. Insgesamt strebt der Konzern bis 2035 bis zu 6,6 Gigawatt Atomstrom an. Urvi Parekh, Direktorin für globale Energie bei Meta, räumte gegenüber dem Wall Street Journal ein, dass der Zeitplan herausfordernd sei, betonte aber die Notwendigkeit mutiger Schritte.
Vistra Corp. Aktie Chart
Tech-Branche setzt verstärkt auf Atomkraft
Meta reiht sich damit in eine wachsende Liste von Technologiekonzernen ein, die auf Atomenergie setzen. Das Unternehmen hatte bereits 2024 einen 20-jährigen Vertrag mit Constellation Energy über ein Kraftwerk in Illinois abgeschlossen. Auch Amazon investierte in den Reaktorentwickler X-energy, während Microsoft eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung des ehemaligen Kraftwerks Three Mile Island in Pennsylvania traf.
Die verstärkte Nachfrage nach Atomstrom durch die Tech-Branche lässt die Stromversorgung in den USA erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder wachsen. Kritiker der kleinen modularen Reaktoren bezweifeln allerdings, dass diese die Kostenvorteile großer Anlagen erreichen können. Bislang ist in den USA noch kein SMR im kommerziellen Betrieb, und alle Projekte benötigen aufwendige Genehmigungsverfahren.
Für Anleger bleibt die Frage, wie realistisch die ambitionierten Zeitpläne sind und welche regulatorischen Hürden noch zu überwinden sein werden. Der Deal zeigt jedoch, dass etablierte Energieversorger wie Vistra von der Energiewende im Tech-Sektor profitieren können. Die langfristigen Verträge bieten Planungssicherheit in einem Markt, der zunehmend von KI-getriebener Nachfrage geprägt wird.
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