Der Zahlungsdienstleister Visa treibt seine Transformation zum Technologieanbieter für das Web3-Zeitalter voran. Mit neuen Modellen für Kredite auf der Blockchain und einer verstärkten Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) reagiert das Unternehmen auf den Wandel der Finanzwelt. Gleichzeitig untermauern solide Geschäftszahlen und massive Aktienrückkäufe die finanzielle Position des Konzerns.
Expansion im Bereich Web3 und Betrugsschutz
In der vergangenen Woche stellte Visa ein neues Onchain-Kreditmodell vor, das darauf abzielt, Stablecoin-basierten Kartenprogrammen und Fintech-Unternehmen den Zugang zu Arbeitskapital zu erleichtern.
Durch den Einsatz von Onchain-Lending-Strukturen erweitert der Konzern seine Rolle über die reine Abwicklung von Transaktionen hinaus. Bereits am Dienstag der Vorwoche hatte das Unternehmen zudem eine erweiterte Version von A2A Protect angekündigt, um den Schutz bei Konto-zu-Konto-Zahlungen zu verbessern.
Diese technologische Offensive wird durch gezielte Akquisitionen ergänzt. Wie Anfang August bekannt wurde, hat Visa eine Vereinbarung zur Übernahme von BioCatch unterzeichnet. Der Anbieter von verhaltensbasierter Betrugserkennung soll für rund 2,4 Milliarden US-Dollar in bar übernommen werden. Der Abschluss der Transaktion wird für das Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2027 erwartet.
Restrukturierung und starke Quartalszahlen
Hinter der technologischen Erneuerung steht ein tiefgreifender Umbau der internen Strukturen. Ende Juli kündigte Visa an, etwa 7 Prozent seiner Belegschaft abzubauen, was rund 2.600 Stellen betrifft. Betroffen sind vor allem die Bereiche Technologie und Produktentwicklung. CEO Ryan McInerney betonte in diesem Zusammenhang, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz maßgeblich mitbestimme, wie die Arbeit im Unternehmen künftig organisiert werde.
Finanziell agiert der Konzern weiterhin aus einer Position der Stärke. Im dritten Geschäftsquartal, das am 30. Juni endete, stieg der Nettoumsatz um 14 Prozent auf 11,6 Milliarden US-Dollar.
Der Nettogewinn nach GAAP belief sich auf 5,6 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 7 Prozent entspricht. Das gestiegene Zahlungsvolumen und ein robustes grenzüberschreitendes Geschäft trieben die Ergebnisse an.
Parallel dazu weitete das Management die Genehmigung für Aktienrückkäufe um 20 Milliarden US-Dollar aus, womit die Gesamtkapazität für Rückkäufe nun bei 33 Milliarden US-Dollar liegt.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Das Marktumfeld für die Aktie bleibt positiv gestimmt. Die Analysten von RBC Capital hoben am 31. August ihr Kursziel für das Papier von 412 US-Dollar auf 466 US-Dollar an. Die Experten würdigten damit die strategische Ausrichtung und die jüngsten operativen Fortschritte des Unternehmens.
An der Börse beendete das Papier den gestrigen Handel bei 316,10 Euro. Trotz eines Rückgangs von 2,9 Prozent in der vergangenen Woche notiert der Wert seit Jahresbeginn mit 5,1 Prozent im Plus. Damit zeigt sich die Aktie im Vergleich zum Vorjahr widerstandsfähig, während der Konzern den Fokus verstärkt auf die Effizienzsteigerung durch KI und die Erschließung neuer Märkte im digitalen Zahlungsverkehr legt.
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