Der US-Zahlungsdienstleister Visa hat gestern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Trotz eines deutlichen Anstiegs des Transaktionsvolumens auf ein neues Rekordniveau kündigte das Unternehmen eine umfassende Umstrukturierung an, die den Abbau von rund 2.600 Arbeitsplätzen vorsieht.
Rekordvolumen und widerstandsfähige Konsumausgaben
Im abgelaufenen Quartal stieg der Nettoumsatz von Visa im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 11,63 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Ergebnis über der Konsensschätzung der Analysten von 11,4 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte um 11 Prozent auf 3,32 US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 3,23 US-Dollar ebenfalls deutlich.
Ein wesentlicher Treiber für dieses Wachstum war das Zahlungsvolumen, das mit über 4 Billionen US-Dollar erstmals eine historische Marke erreichte. Das grenzüberschreitende Volumen legte um 13 Prozent zu. Laut Medienberichten profitierte Visa hierbei insbesondere von der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, die in den US-amerikanischen Gastgeberstädten zu einem Anstieg der grenzüberschreitenden Kartenzahlungen um 25 Prozent führte. Finanzvorstand Chris Suh betonte, dass es bislang keine Anzeichen für eine Schwäche bei den Konsumausgaben gebe. Insbesondere das US-Zahlungsvolumen zeigte sich mit einem Plus von 10 Prozent äußerst robust.
Effizienzsteigerung durch KI und Stellenstreichungen
Trotz der starken Umsatzentwicklung sieht sich Visa mit steigenden Kosten konfrontiert. Die Betriebsausgaben erhöhten sich um 17 bis 19 Prozent auf bis zu 4,8 Milliarden US-Dollar, was unter anderem auf höhere Marketing- und Personalkosten zurückzuführen ist. Um die Effizienz zu steigern, plant das Management den Abbau von etwa 7 Prozent der weltweiten Belegschaft. Betroffen sind vor allem Stellen in den Technologie- und Produktabteilungen.
CEO Ryan McInerney begründete diesen Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI), um interne Prozesse zu beschleunigen und die Produktentwicklung zu straffen. In einem internen Memo wurde darauf hingewiesen, dass KI-gestützte Teams künftig deutlich kleiner ausfallen könnten. Für Abfindungszahlungen im Rahmen dieses Umbaus hat Visa bereits Rückstellungen in Höhe von rund 0,5 Milliarden US-Dollar gebildet. Parallel dazu investiert der Konzern in neue Wachstumsfelder wie die Beta-Phase einer eigenen Stablecoin-Plattform und den Ausbau grenzüberschreitender B2B-Zahlungen.
Analysten heben die Kursziele an
An der Börse wurde die Nachricht gestern mit einem leichten Kursplus aufgenommen, wobei die Aktie den Handel bei 322,45 € beendete. Das Papier notiert damit aktuell 13,73 % über dem 200-Tage-Durchschnitt und befindet sich mit einem Abstand von nur -1,83 % in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch.
Die Analysten reagierten positiv auf die Quartalszahlen und die angekündigten Effizienzmaßnahmen. Cantor Fitzgerald bestätigte die Einstufung „Overweight“ und rief ein Kursziel von 410 US-Dollar aus. Die Experten von BMO Capital Markets hoben ihr Kursziel von 387 auf 405 US-Dollar an und verwiesen auf das starke Umsatzpotenzial im zweistelligen Bereich. Für das vierte Quartal stellt Visa ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen bis niedrigen Teenie-Bereich sowie ein EPS-Wachstum im mittleren Teenie-Bereich in Aussicht. Zusätzlich gab das Unternehmen bekannt, im abgelaufenen Quartal insgesamt 6,2 Milliarden US-Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet zu haben.
Visa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Visa-Analyse vom 04. August liefert die Antwort:
Die neusten Visa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Visa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
