Virgin Galactic bereitet für den Herbst die Öffnung einer neuen Verkaufstranche für Weltraumflüge zu weiter angehobenen Preisen vor. Am 12. August strich CEO Colglazier das bisherige Preisschild von 750.000 US-Dollar aus dem Angebot, nachdem das jüngste Ticketkontingent vollständig vergriffen war.
An der Börse sorgte die Aussicht auf künftig höhere Ticketpreise gestern für spürbaren Rückenwind: Die Aktie verzeichnete ein Kursplus von 7,8 % und ging bei 3,31 USD aus dem Handel.
Die schrittweise Preisanpassung markiert einen strategischen Schritt, um die Einnahmen pro Flug zu maximieren. Das Management zielt auf eine sehr wohlhabende Klientel ab und testet damit aus, wie stark die Zahlungsbereitschaft für private Raumflüge tatsächlich ist. Für das Unternehmen kommt es nun darauf an, ob die Nachfrage auch bei nochmals teureren Tickets auf dem hohen Niveau der vergangenen Monate verharrt.
Warteliste und Vorbereitung der Delta-Flotte
Die bisherige Nachfrage nach den kurzen suborbitalen Flügen stützt das Geschäftsmodell. Das jüngst verkaufte Kontingent von 50 Sitzen sicherte dem Unternehmen erwartete Einnahmen von über 50 Millionen US-Dollar. Auf der Warteliste für künftige Missionen stehen derzeit noch rund 675 registrierte Kunden, die auf ihren Start ins All warten.
Entscheidend für den Abbau dieser Warteliste ist jedoch die Inbetriebnahme der neuen Raumschiffe der sogenannten Delta-Klasse. Der erste kommerzielle Flug dieser Generation wurde auf Februar 2027 verschoben, während das zweite Raumfahrzeug im März 2027 folgen soll. Erst mit der neuen Flotte will der Konzern den Sprung zu einer deutlich höheren Flugdichte schaffen, um die operative Rentabilität zu erreichen.
Bilanz und Liquiditätsbedarf im Fokus
Bis die Delta-Klasse regelmäßig abhebt, bleibt die finanzielle Reichweite das beherrschende Thema für Anleger. Im zweiten Quartal 2026 wies das Unternehmen liquide Mittel in Höhe von 286 Millionen US-Dollar aus, während der Nettoverlust im selben Zeitraum 56 Millionen US-Dollar betrug. Zur Stützung der Bilanz brachte eine Kapitalerhöhung im zweiten Quartal frische Barmittel von 134 Millionen US-Dollar ein.
Neben den laufenden Entwicklungsausgaben verlangt auch die Fremdkapitalstruktur Aufmerksamkeit, darunter erstrangig besicherte Anleihen mit einem Kupon von 9,80 % und Fälligkeit im Dezember 2028. Bereits im Jahresbericht vom 30. März verwies das Management auf die bestehenden Fortführungsrisiken vor dem Start der neuen Raumschiffe.
Anleger bleiben angesichts des Kapitalbedarfs zurückhaltend: Mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -63 % notiert der Titel weiterhin weit unter seinen Höchstständen des Sommers.
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