Die Virgin Galactic-Aktie erlebte zuletzt einen galaktischen Kurseinbruch. Am Freitag und am Montag sackte der Kurs des Raumfahrtunternehmens in Summe um fast 40 Prozent ab. Und auch am Dienstagvormittag setzt sich der Sinkflug fort. Was steckt hinter dem massiven Einbruch?
Schuldenumwandlung und noch mehr Aktien
Der starke Kurssturz der Virgin Galactic-Aktie ist das Ergebnis eines perfekten Sturms aus massiver Verwässerung durch Schuldenumwandlung, Gewinnmitnahmen nach einer davor extrem überhitzten Rallye und einer Abstimmung über neue Mitarbeiteraktien.
Der primäre und schwerwiegendste Auslöser für den Crash war die Bekanntgabe des Managements, Schulden nicht in bar, sondern durch die Ausgabe neuer Aktien zurückzuzahlen. Das Unternehmen wandelte rund 30,5 Millionen US-Dollar seiner hochverzinsten erstrangigen Schuldverschreibungen direkt in 6,73 Millionen neue Stammaktien um.
Zwar entlastet dieser Schritt die Kasse und spart dem defizitären Konzern künftige Zinszahlungen, für bestehende Aktionäre bedeutet er jedoch eine erhebliche Verwässerung. Da der Wert pro Aktie durch die höhere Gesamtzahl an Aktien sinkt, reagierte der Markt mit Panikverkäufen.
Erst gestern Abend meldete Virgin Galactic die Ergebnisse der Jahreshauptversammlung von Ende letzter Woche. Auch diese News drückt heute auf den Kurs:
Die Aktionäre haben einen neuen Vergütungs- und Anreizplan genehmigt. Dieser erhöht die Anzahl der für Mitarbeiter und Vorstände verfügbaren Aktien um weitere 9,45 Millionen Stück.
Zusammen mit einer kurz zuvor eingereichten Registrierung für Aktienausgaben im Wert von 46,9 Millionen Dollar signalisiert dies dem Markt, dass der Strom an neuen Aktien, die auf den Markt geworfen werden, so schnell nicht abreißen wird.
Extrem überkauft
Vor dem Absturz war die Aktie technisch extrem überkauft. Befeuert durch die allgemeine Euphorie im Raumfahrtsektor und die Vorfreude auf das SpaceX-IPO war die Aktie in einer siebentägigen Gewinnstrecke um über 200 Prozent nach oben geschossen.
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