Am vergangenen Mittwoch gab Virgin Galactic bekannt, dass sich der kommerzielle Betrieb der neuen Delta-Raumschiffe verzögert. Trotz des angepassten Zeitplans reagierte der Markt am Freitag mit einer leichten Erholung, gestützt durch eine robuste Nachfrage nach Weltraumflügen und Fortschritte bei der Verlustbegrenzung.
Zeitplan für die neue Raumschiff-Generation angepasst
Das Unternehmen teilte im Rahmen der jüngsten Geschäftsberichte mit, dass der erste kommerzielle Flug der Delta-Klasse nun für Februar 2027 geplant ist. Ursprünglich war das vierte Quartal 2026 als Zielmarke für den Dienstantritt der neuen Flotte gesetzt worden. Als Grund für die Verschiebung nannte das Management die benötigte Zeit für die Installation von Avioniksystemen und weiteren technischen Komponenten.
Trotz der Verzögerung im kommerziellen Betrieb rücken operative Meilensteine näher: Die sogenannten Captive-Carry-Flugtests sollen laut Virgin Galactic bereits im Oktober 2026 beginnen. Die Delta-Raumschiffe gelten als zentraler Baustein für die künftige Profitabilität des Konzerns, da sie für eine deutlich höhere Flugfrequenz ausgelegt sind als die bisherigen Modelle.
Quartalszahlen und Liquidität im Fokus
In der Bilanz für das zweite Quartal 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 0,1 Millionen US-Dollar aus. Während die Erlöse damit hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigte sich bei der Ergebnisentwicklung eine Stabilisierung. Der Nettoverlust verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 55,9 Millionen US-Dollar, nachdem im zweiten Quartal 2025 noch ein Minus von 67,3 Millionen US-Dollar zu Buche gestanden hatte.
Zum Stichtag am 30. Juni 2026 verfügte Virgin Galactic über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere in Höhe von 286 Millionen US-Dollar. Parallel dazu konnte die Verschuldung im abgelaufenen Quartal um 93 Millionen US-Dollar gesenkt werden, primär durch die Reduzierung von Wandelschuldverschreibungen.
Dennoch bleibt der Kapitalbedarf hoch: Für das laufende dritte Quartal prognostiziert das Management einen negativen freien Cashflow von bis zu 100 Millionen US-Dollar, bevor im Schlussquartal eine leichte Verbesserung auf rund minus 90 Millionen US-Dollar erwartet wird.
Strategische Finanzierung und Analysten-Echo
Um die langfristige Entwicklung und den Betrieb der Delta-Klasse abzusichern, reichte Virgin Galactic am Donnerstag ein Shelf-Registration-Dokument bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, flexibel neues Kapital über die Ausgabe von Aktien oder Schuldtiteln aufzunehmen.
CEO Michael Colglazier betonte zudem die starke Marktposition: Die jüngste Tranche an Flugbuchungen zum Preis von 750.000 US-Dollar war überzeichnet und wurde nun geschlossen. Dies erweitert den künftigen Umsatz-Backlog um etwa 50 Millionen US-Dollar.
Am Freitag äußerte sich Morgan Stanley dennoch vorsichtig zur weiteren Entwicklung. Der zuständige Analyst behielt seine Bewertung mit „Underweight“ bei und senkte das Kursziel geringfügig von 2,05 US-Dollar auf 2,00 US-Dollar. Als Begründung wurden die Risiken bei der technischen Umsetzung sowie der nun verlängerte Zeitraum bis zum Start der kommerziellen Delta-Flüge angeführt.
An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 3,32 US-Dollar, was einem Tagesgewinn von 5,7 % entspricht. Damit konnte das Papier einen Teil der Verluste wettmachen, die unmittelbar nach Bekanntgabe der Verzögerungen entstanden waren. Dennoch notiert der Wert weiterhin rund 63 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni.
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