Zeitplan für Delta-Raumschiffe verschiebt sich auf 2027
Virgin Galactic hat am Mittwochabend seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei einen Rückschlag für den Zeitplan der neuen Delta-Klasse eingeräumt. Der erste kommerzielle Flug des neuen Raumschifftyps verschiebt sich demnach auf Februar 2027. Zuvor hatte das Unternehmen gehofft, den Betrieb bereits früher aufnehmen zu können.
Trotz dieser Verzögerung übertraf der Konzern bei Umsatz und Verlust pro Aktie die Erwartungen des Marktes. Die Aktie verzeichnete gestern dennoch einen Rückgang von 4,9 Prozent und schloss bei 3,14 USD.
Laut Unternehmensangaben stehen vor dem Start im übernächsten Jahr jedoch wichtige technische Etappenziele an. Bereits Ende September sollen integrierte Bodentests beginnen, gefolgt von einer Verlegung des Raumschiffs nach New Mexico im Oktober.
Dort ist die Aufnahme der Flugtestphase vorgesehen, beginnend mit sogenannten „Captive Carry“-Flügen, bei denen das Schiff unter dem Trägerflugzeug verbleibt. Parallel dazu plant Virgin Galactic, im vierten Quartal 2026 mit der Produktion der Raketenmotoren zu beginnen.
Bilanzzahlen übertreffen Erwartungen trotz hoher Verluste
In der Bilanz für das zum 30. Juni 2026 beendete Quartal wies Virgin Galactic einen Umsatz von 134.000 US-Dollar aus. Dies lag leicht über den Markterwartungen von rund 127.000 US-Dollar. Der Nettoverlust konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 67,3 Millionen auf 55,9 Millionen US-Dollar eingegrenzt werden, was einem Verlust von 0,50 US-Dollar pro Aktie entspricht.
Die operativen Kosten sanken im selben Zeitraum um rund 7 Prozent auf 65,1 Millionen US-Dollar, während die Investitionsausgaben um knapp 30 Prozent auf 41 Millionen US-Dollar zurückgingen.
Um die Entwicklung der Delta-Klasse zu finanzieren, hat das Unternehmen seine Liquiditätsposition im abgelaufenen Quartal gestärkt. Durch ein Aktienausgabeprogramm am Kapitalmarkt wurden brutto 134 Millionen US-Dollar aufgenommen. Damit stiegen die liquiden Mittel sowie marktgängige Wertpapiere bis Ende Juni auf 286 Millionen US-Dollar an, verglichen mit 251 Millionen US-Dollar zum Ende des ersten Quartals.
Gleichzeitig reduzierte der Konzern seine Schuldenlast und tilgte Verbindlichkeiten aus den Jahren 2027 und 2028 im Umfang von insgesamt 93 Millionen US-Dollar.
Finanzielle Risiken und institutionelles Interesse
Trotz der verbesserten Liquidität bleiben die finanziellen Herausforderungen bestehen. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wies Virgin Galactic darauf hin, dass weiterhin Unsicherheit darüber bestehe, ob die vorhandenen Mittel für die kommenden zwölf Monate ausreichen. Dies begründe erhebliche Zweifel an der Fähigkeit, das Unternehmen als fortzuführendes Unternehmen einzustufen.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus der Aktie auf 2,2 Prozent, was die anhaltende Skepsis der Investoren bezüglich der langfristigen Finanzierung widerspiegelt.
Demgegenüber stehen positive Signale bei der Nachfrage und der Unterstützung durch Großaktionäre. Laut CEO Michael Colglazier sind die aktuellen Buchungen für Weltraumflüge zum Preis von 750.000 US-Dollar überzeichnet. Das Unternehmen plant daher, im kommenden Herbst neue Buchungskontingente zu potenziell höheren Preisen anzubieten.
Zudem festigten institutionelle Investoren Ende Juli ihre Positionen: BlackRock meldete eine Beteiligung von 6,1 Prozent, während State Street einen Anteil von 7,9 Prozent auswies. Langfristig setzt das Management auf eine hohe Rentabilität der neuen Flotte: Ein Delta-Schiff soll über seine Lebensdauer bei 500 Flügen einen Deckungsbeitrag von über 1,4 Milliarden US-Dollar erzielen können.
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