Vinci liefert im dritten Quartal mehr Umsatz als erwartet, und die Aktie reagiert trotzdem kaum. Der Grund liegt nicht im Geschäft, sondern in Paris.
Energie und Flughäfen ziehen an
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um knapp 5 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit rund 20 Milliarden Euro gerechnet. Das Unternehmen legte die Zahlen am Donnerstagabend nach Börsenschluss vor.
Für die ersten neun Monate ergibt sich ein Plus von gut 3 Prozent auf knapp 56 Milliarden Euro.
Getragen wurde das Quartal vor allem vom Energiegeschäft. Der Erlös mit Anlagen für Produktion und Transport von Strom legte um fast 9 Prozent zu. Die mehr als 70 von Vinci betriebenen Flughäfen steigerten ihren Umsatz um mehr als 4 Prozent, das Baugeschäft wuchs um rund 4 Prozent.
Gewinnzahlen nannte der Konzern zum Quartal nicht, in Frankreich ist das üblich. Das Management bestätigte jedoch seine Jahresziele: Umsatz, operativer Gewinn und der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sollen weiter steigen.
Frankreich-Politik überlagert die Zahlen
An der Börse verpuffte die Nachricht. Im frühen Handel in Paris pendelte die Aktie um die Marke von 106 Euro, zeitweise rutschte sie auf rund 104,85 Euro ab. Seit Jahresbeginn hat das Papier etwa zwölf Prozent verloren.
JPMorgan-Analystin Elodie Rall hatte genau diese gedämpfte Reaktion erwartet. Investoren dürften trotz der etwas besseren Geschäfte weiter auf die politische Lage in Frankreich schauen, schrieb sie. Im Mittelpunkt stünden die damit verbundenen Folgen für die Besteuerung. Für einen Konzern mit großem Heimatgeschäft in Infrastruktur und Konzessionen ist das ein naheliegender Belastungsfaktor.
Die Analysten sehen dennoch deutlich Luft nach oben. Die Kursziele liegen zwischen 139 und 145 Euro und damit weit über dem aktuellen Niveau. Zuletzt zahlte Vinci 5,05 Euro Dividende je Aktie, was einer Rendite von rund 3,9 Prozent entspricht.
Der Konzern liefert operativ, was er versprochen hat. Solange die Debatte über die französische Steuerpolitik anhält, dürfte das nach Einschätzung der JPMorgan-Analystin allein kaum ausreichen, um den Kurs spürbar zu bewegen.
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