Es läuft nicht schlecht für Vinci – aber richtig gut auch nicht. Der französische Bau- und Konzessionskonzern bekommt Rückenwind von Analysten und sichert sich einen Großauftrag. Gleichzeitig drücken operative Sorgen auf die Stimmung. Die Aktie notiert kaum verändert bei 127,90 Euro und liegt 1,6 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche.
JPMorgan dreht am Daumen
Ein wichtiges Signal kam diese Woche von JPMorgan. Die Bank hob das Votum für Vinci von „Untergewichten“ auf „Neutral“ an. Das neue Kursziel: 139 Euro. Analystin Elodie Rall sieht Licht und Schatten. Die Konzessionssparte mit Flughäfen und Autobahnen leidet unter schwächerem Verkehr und schwankenden Margen. Die Bausparte dagegen soll das operative Ergebnis leicht steigern. Der Markt schaut aktuell vor allem auf zwei Punkte: den Einfluss der Ölpreise auf die Autobahnauslastung und die Stabilität des Auftragsbestands.
Milliarden-Projekt in Reims
Die Bausparte liefert gleich ein neues Argument mit. Vinci Construction sicherte sich den Auftrag für das Neue Krankenhaus in Reims. Das Volumen: rund 210 Millionen Euro. Ein weiterer Baustein für den robusten Auftragsbestand, den Analysten als zentralen Werttreiber sehen.
Derzeit liegt die Aktie gut 11 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 143,95 Euro vom Februar. Das KGV von 13,8 bleibt weit unter dem Branchenschnitt von 21,5.
Sommer, Sonne, Stress
Die operative Seite fordert Vinci derweil heraus. Die Autobahn-Tochter geht in die Hochphase der Sommerreisezeit. Allein auf den Strecken A62 und A20 in der Region Quercy rechnet das Unternehmen mit über 1.000 Pannen im Juli – normal sind 680. Der Verkehr verdoppelt sich in den Ferien. Vinci hat 30 Einsatzkräfte rund um die Uhr mobilisiert. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Infrastruktur voran: 56 Ladepunkte pro 100 Kilometer stehen bereit, um die wachsende Zahl von E-Autos zu versorgen.
Neutraler Stand
Der RSI von 50,8 signalisiert weder Überkauft noch Überverkauft. Die Aktie notiert knapp über ihren gleitenden Durchschnitten. Ob die Bau-Sparte die Margendruck in den Konzessionen dauerhaft ausgleichen kann – das wird in den kommenden Monaten zur entscheidenden Frage.
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