Der französische Infrastrukturkonzern Vinci reagiert auf die jüngste Kursschwäche mit einer neuen Tranche seines Aktienrückkaufprogramms. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde am vergangenen Dienstag ein Vertrag mit einem Finanzdienstleister unterzeichnet, um eigene Anteile im Wert von bis zu 250 Millionen Euro zu erwerben. Diese Maßnahme startete unmittelbar am 1. September und soll spätestens bis zum 2. Oktober abgeschlossen sein.
Rückkaufprogramm nahe dem Jahrestief
Der Rückkauf erfolgt im Rahmen der Ermächtigung durch die gemischte Hauptversammlung und ist preislich gedeckelt. Die Aktie des Konzerns notierte am Freitag zum Handelsschluss bei 114,10 Euro. Mit diesem Kursniveau bewegt sich das Papier nur noch 2,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Dieses wurde erst am Donnerstag bei 111,60 Euro markiert.
Die nun eingeleiteten Rückkäufe könnten als Signal der Konzernführung gewertet werden, die Bewertung auf dem gegenwärtigen Niveau als attraktiv einzustufen. Bereits in der letzten Augustwoche hatte Vinci mehrere Transaktionen mit eigenen Aktien im Rahmen bestehender Ermächtigungen gemeldet, um die Bestände an eigenen Anteilen zu verwalten.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Am Mittwoch dieser Woche äußerten sich zudem zwei namhafte Analysehäuser zur Situation des Konzerns. Jefferies bekräftigte nach einem Treffen mit dem Management die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 142 Euro. Die Analysten verwiesen dabei auf die jüngsten Verkehrszahlen und die strategische Aufstellung des Unternehmens.
Auch das Analysehaus Barclays bleibt optimistisch und empfiehlt das Papier weiterhin zum Kauf. Die Experten reduzierten jedoch ihr Kursziel leicht auf 152 Euro. Trotz der deutlichen Kursverluste der vergangenen 30 Tage sehen beide Häuser somit erhebliches Erholungspotenzial für den Wert.
Kapitalmaßnahmen und operatives Umfeld
Neben den Rückkäufen gab es zuletzt auch Neuigkeiten aus der Finanzierung des Gesamtkonzerns. Die Tochtergesellschaft Cofiroute platzierte am 27. August erfolgreich eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt. Dieser Schritt dient der langfristigen Refinanzierung des Mautstraßenbetreibers.
Operativ zeigte sich Ende August ein zweigeteiltes Bild beim Verkehrsaufkommen für den Monat Juli. Während die Autobahnnetze zwischen den Städten einen leichten Rückgang der Nutzerzahlen verzeichneten, legte der Passagierverkehr an den Flughäfen des Konzerns weiter zu. Diese Entwicklung spiegelt die heterogene Dynamik in den verschiedenen Infrastruktursparten von Vinci wider.
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