Viking Therapeutics Aktie: Weniger Spritzen, gleiches Ergebnis

Symbolbild, KI-generiert

Viking Therapeutics meldet stabile Gewichtsabnahme bei selteneren Dosen. Die Aktie steigt, während eine orale Studie als nächster Schritt folgt.

Auf einen Blick:
  • Bis zu 97 Prozent Gewichtsverlust erhalten
  • Monatliche Gabe erreicht bis zu 90 Prozent
  • Magen-Darm-Beschwerden auf Placebo-Niveau
  • Alle 14 Analystenhäuser votieren mit Strong Buy

Wer abnehmen will, muss nicht ewig an der Nadel hängen — das ist die Botschaft, die Viking Therapeutics am Dienstag an die Börse schickte. Die Aktie reagierte prompt: Vorbörslich sprang der Kurs um 22,6 Prozent auf rund 37 US-Dollar und übersprang damit zwischenzeitlich sogar das bisherige 52-Wochen-Hoch von 43,15 US-Dollar.

Weniger Dosis, kaum Rückfall

Der Auslöser: Topline-Daten der Erhaltungsstudie VK2735-102. Patienten, die nach der Gewichtsabnahme-Phase auf eine zweiwöchentliche Erhaltungsdosis umgestellt wurden, hielten bis zu 97 Prozent ihres zuvor erzielten Gewichtsverlusts. Bei monatlicher Gabe waren es immerhin noch bis zu 90 Prozent — unter Placebo brach der Effekt dagegen auf 61 Prozent ein.

Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich blieben während der Erhaltungsphase auf Placebo-Niveau. Das ist bemerkenswert, weil genau diese Verträglichkeit oft der Knackpunkt ist, wenn Patienten eine Therapie abbrechen. Viking will nun in einem zweiten Studienteil zusätzlich orale Erhaltungsdosierungen von VK2735 testen — der Wirkstoff wird parallel als Spritze und Tablette entwickelt und befindet sich für die Adipositas-Indikation bereits in Phase 3.

Ein Argument gegen die Platzhirsche

Der Markt für Abnehmmedikamente wächst rasant, Schätzungen sehen ihn bis zum Ende des Jahrzehnts bei fast 100 Milliarden Dollar. Dominiert wird das Feld bislang von Eli Lilly mit Zepbound und Novo Nordisk mit Wegovy. Beide Konzerne bleiben in Bewegung: Eli Lilly plant für Anfang 2027 die Zulassung seines Dreifachagonisten Retatrutid, Novo Nordisk arbeitet an CagriSema und dem experimentellen Amycretin.

VK2735 gehört wie Lillys Tirzepatid zur Klasse der dualen GLP-1/GIP-Agonisten, während Semaglutid nur einen Rezeptor anspricht. Die neuen Erhaltungsdaten liefern Viking damit ein handfestes Argument: Wer die Therapietreue seiner Patienten über die Induktionsphase hinaus sichern kann, punktet im Wettbewerb um Marktanteile.

Der Analystenkonsens fällt entsprechend einhellig aus. Alle 14 erfassten Häuser stufen die Aktie auf „Strong Buy“, das mittlere Kursziel liegt bei rund 90 US-Dollar. Zwischen dem aktuellen Kursniveau und diesem Ziel klafft trotz des Kurssprungs noch eine deutliche Lücke — allerdings steht VK2735 auch noch vor entscheidenden regulatorischen Hürden, bevor aus Studienerfolgen ein zugelassenes Produkt wird.

Das Management lädt für den heutigen Vormittag zu einer Telefonkonferenz, um die Daten im Detail einzuordnen. Der nächste konkrete Meilenstein bleibt die für das laufende Programm angekündigte orale Erhaltungsstudie, deren Ergebnisse zeigen sollen, ob sich der Erfolg der Spritze auch in Tablettenform wiederholen lässt.

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