Das Biotechnologieunternehmen Viking Therapeutics treibt die Entwicklung seiner Wirkstoffkandidaten gegen Adipositas weiter voran und hat den Start einer neuen klinischen Untersuchung bekannt gegeben. Während die laufenden Programme für den Hauptkandidaten VK2735 in die entscheidenden Phasen eintreten, erweitert das Unternehmen sein Portfolio um einen weiteren Forschungsansatz. An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt stabil: Zum Handelsschluss am Freitag notierte der Wert bei 32,25 € und verzeichnete damit ein Plus von 1,42 %.
Neue Adipositas-Studie für VK3019 gestartet
Viking Therapeutics hat eine Phase-1-Studie mit aufsteigender Einzeldosis für den Wirkstoff VK3019 begonnen. Bei diesem Kandidaten handelt es sich um einen dualen Amylin- und Calcitonin-Rezeptor-Agonisten (DACRA), der speziell für die Behandlung von Fettleibigkeit konzipiert wurde. Damit verfolgt das Unternehmen neben seinem bereits fortgeschrittenen GLP-1/GIP-Ansatz einen weiteren therapeutischen Weg im stark wachsenden Markt für Gewichtsreduktion.
Medienberichten zufolge wird das Potenzial des Unternehmens durch diese Pipeline-Erweiterung unterstrichen, wobei Modellrechnungen einen narrativen fairen Wert der Aktie von bis zu 92,72 $ implizieren. Da Viking Therapeutics derzeit noch keine Umsätze erzielt und erhebliche Verluste durch Forschungs- und Entwicklungsausgaben verzeichnet, liegt der Fokus der Anleger primär auf dem klinischen Fortschritt und der Absicherung der Liquidität. Zum 31. März verfügte das Unternehmen über Barmittel in Höhe von 603 Millionen $, was die operative Finanzierung bis in die Mitte des Jahres 2027 sicherstellen soll.
Zeitplan für VK2735 konkretisiert sich
Der am weitesten fortgeschrittene Wirkstoffkandidat, VK2735, befindet sich bereits in Phase-3-Studien für die injizierbare Darreichungsform. Parallel dazu plant das Management den Start der oralen Phase-3-Studie für das vierte Quartal 2026. Daten aus früheren Untersuchungen zur oralen Anwendung zeigten einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 12,2 % über einen Zeitraum von 13 Wochen.
Anleger warten nun gespannt auf die Ergebnisse einer Phase-1-Erhaltungsstudie. Für die subkutane Anwendung werden diese Daten noch im laufenden dritten Quartal 2026 erwartet, während die Ergebnisse der oralen Erhaltungsstudie für das erste Halbjahr 2027 prognostiziert werden. Die finalen Phase-3-Ergebnisse für das injizierbare VK2735 dürften frühestens Ende 2027 vorliegen, während die orale Version erst für das Jahr 2028 erwartet wird. Trotz der langfristigen Zeitpläne notiert das Papier derzeit nur 13,54 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 37,30 €.
Analysten halten an optimistischen Prognosen fest
Für das am 29. Juli 2026 anstehende Quartalsergebnis rechnen Analysten mit einem Verlust. Laut Schätzungen von FactSet könnte sich der Fehlbetrag für das zweite Quartal auf 1,23 $ pro Aktie belaufen, während für das Gesamtjahr ein Verlust von 4,75 $ pro Aktie im Raum steht. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung beliefen sich zuletzt auf rund 150 Millionen $.
Ungeachtet der laufenden Kosten bleibt die Stimmung unter Experten positiv. Der Analyst Andy Hsieh vom Bankhaus William Blair bestätigte am 16. Juli seine Kaufempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel an der Wall Street wird derzeit mit rund 91 $ angegeben, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau signalisiert. Marktbeobachter betonen jedoch, dass die künftige Bewertung stark von der Verträglichkeit der oralen Präparate und der Einhaltung des klinischen Zeitplans abhängen wird.
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