575 Millionen Dollar frisches Kapital, ein Wirkstoff mit Tirzepatid-Format – Viking Therapeutics zeigt derzeit, wie ambitioniert ein kleines Biotech-Unternehmen im Abnehmmittel-Markt auftreten kann. Die Finanzierung ist unter Dach und Fach, die klinischen Daten liefern den Grund dafür.
Kapitalspritze für die Pipeline
Viking hat die Aufstockung seiner Aktien- und Wandelanleihe-Emission abgeschlossen. Die Underwriter zogen ihre Mehrzuteilungsoptionen vollständig, sodass am Ende gut 9 Millionen Aktien zu 35 Dollar sowie Wandelanleihen mit zwei Prozent Kupon und Fälligkeit 2032 platziert wurden. Nach Abzug der Gebühren bleiben Viking netto rund 548 Millionen Dollar.
Das Geld soll direkt in die klinische Entwicklung von VK2735 fließen, dem zentralen Wirkstoffkandidaten des Unternehmens, sowie in das Amylin-Programm VK3019. Für ein Unternehmen im klinischen Stadium ohne eigene Produktumsätze ist das eine erhebliche Absicherung der nächsten Entwicklungsphasen – auch wenn die frischen Aktien und Anleihen die bestehenden Anteilseigner verwässern.
VK2735 als Herausforderer
Im Zentrum der Investmentstory steht VK2735, ein dualer GLP-1/GIP-Rezeptoragonist, der sowohl als wöchentliche Injektion als auch in oraler Form entwickelt wird. Der Wirkmechanismus ähnelt damit Eli Lillys Tirzepatid.
In der Phase-2-Studie VENTURE erreichte die injizierbare Variante nach 13 Wochen eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von bis zu 14,7 Prozent gegenüber dem Ausgangswert – und das offenbar ohne erkennbares Plateau. Die meisten Nebenwirkungen wurden als leicht bis moderat eingestuft.
VK2735 befindet sich inzwischen in Phase-3-Studien zur Adipositas-Behandlung, ergänzt durch Strategien zur langfristigen Gewichtserhaltung. Novo Nordisk und Eli Lilly dominieren den milliardenschweren GLP-1-Markt bislang klar. Viking versucht sich mit einem differenzierten Wirkprofil und der oralen Option eine Nische zu erschließen – ein Segment, in dem bislang wenige Wettbewerber ausgereifte Daten vorlegen können.
Neben VK2735 treibt Viking auch VK2809 gegen metabolische Lebererkrankungen und VK0214 für die seltene Erbkrankheit X-ALD voran. Die breitere Pipeline verteilt das Risiko, bleibt aber klar zweitrangig gegenüber dem Adipositas-Programm.
Die kommenden Phase-3-Ergebnisse zu VK2735 dürften zeigen, ob sich die stark reduzierten Gewichtswerte aus der Phase 2 in einer größeren Patientenpopulation bestätigen lassen. Bis dahin bleibt die frische Kapitalausstattung der Puffer, der Viking durch die entscheidende klinische Phase tragen soll.
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