Ein Kurssprung von rund 19 Prozent gehört selbst an einem volatilen Handelstag zu den Ausnahmen. Victrex hat ihn am Dienstag hingelegt — mit Zahlen, die deutlich über den Erwartungen lagen und selbst den Konkurrenten Syensqo mit nach oben zogen. Die Aktie markierte damit den höchsten Stand seit Anfang März.
Der britische Spezialpolymer-Hersteller meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 84,5 Millionen Pfund — ein Plus von 18 Prozent. Das Wachstum kam vor allem aus dem Verkaufsvolumen, das um 17 Prozent zulegte. Haupttreiber waren die Aerospace- und Elektronik-Sparten, während sich das zuletzt schwächelnde Medizintechnik-Geschäft erstmals wieder stabilisierte.
Guidance bestätigt, Sparprogramm läuft weiter
Der Vorstand hielt an der Jahresprognose fest: Der bereinigte Vorsteuergewinn soll zwischen 42 und 44 Millionen Pfund liegen. Diese Bestätigung wiegt für Anleger schwerer als reine Wachstumszahlen, weil sie Vertrauen in die mittelfristige Ertragskraft signalisiert.
Parallel läuft das Profit-Improvement-Programm weiter. Es sieht einen Stellenabbau von etwa zehn Prozent vor und soll bis zum Geschäftsjahr 2027 jährliche Einsparungen von mindestens zehn Millionen Pfund bringen. Erste Effekte will Victrex bereits im laufenden vierten Quartal sehen. Das Unternehmen verwies zugleich auf saisonale Effekte und makroökonomische Unsicherheiten, etwa bei Energiekosten und globaler Nachfrage, als mögliche Bremsfaktoren.
Jefferies bewertete das Quartal als klar stark, wenn auch mit einer etwas leichteren Vergleichsbasis im Aerospace-Geschäft. Die Analysten rechnen für die zweite Jahreshälfte 2026 mit einem Umsatzwachstum von rund sechs Prozent — deutlich moderater als das aktuelle Quartalstempo, aber immer noch solide.
Der Kurssprung bei Victrex färbte am Dienstag auch auf den belgischen Chemiekonzern Syensqo ab, dessen Elektronik-Sparte ähnliche Endmärkte bedient und dessen Aktie um rund drei Prozent zulegte. Das vierte Quartal wird zeigen, ob sich die angekündigten Kosteneinsparungen tatsächlich in den Zahlen niederschlagen — die reaffirmierte Jahresprognose gibt dem Management dafür einen klaren Rahmen.
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