Vicor legt nach – diesmal nicht mit Zahlen, sondern mit Beton und Fläche. Der Hersteller von Power-Modulen kauft zwei Grundstücke in New Hampshire, um dort neue Chip-Fabriken zu errichten. Die Börse reagiert deutlich: Die Aktie springt um mehr als 10 Prozent nach oben.
Fast eine Million Quadratfuß zusätzliche Kapazität
Konkret sichert sich Vicor ein 334.000 Quadratfuß großes Gebäude auf 66 Acres in Merrimack sowie eine separate Fläche von 54 Acres in Hooksett. Auf beiden Standorten sollen die neuen Werke ChiP Fab-2 und Fab-3 entstehen, zusammen mit einer Fertigungsfläche von knapp einer Million Quadratfuß. Das bestehende Werk ChiP Fab-1 im Stammsitz Andover, Massachusetts, kommt auf 320.000 Quadratfuß und ist nach Unternehmensangaben inzwischen nahezu ausgelastet.
Bis zur ersten Auslieferung aus Fab-2 rechnet Vicor mit einem Vorlauf von etwa einem Jahr. Die Erweiterung soll gezielt die Nachfrage von Originalgeräteherstellern und Hyperscalern bedienen, die Stromversorgungslösungen für anspruchsvolle KI-Anwendungen benötigen.
Patente als Wettbewerbsvorteil
Hinter der Investition steckt mehr als reine Kapazitätsaufstockung. Vicor verweist auf seine patentierte Vertical-Power-Delivery-Technologie, die gegenüber klassischen Spannungsreglern Vorteile bei Leistungsdichte und Effizienz bieten soll.
Das Unternehmen betont zudem, dass einige Computersysteme großer Hersteller wegen patentverletzender Stromversorgungskomponenten von der Einfuhr in die USA ausgeschlossen wurden – ein Umstand, den Vicor als Argument für heimische Fertigung und sogenannte „Freedom to Operate“ anführt.
Die Ankündigung trifft auf ein Umfeld, in dem Vicor bereits operativ stark unterwegs ist: Im jüngsten Quartal hatte das Unternehmen die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen, während der Auftragsbestand im Jahresvergleich kräftig zulegte. Der breite US-Markt zeigte sich zusätzlich freundlich, nachdem die August-Inflationsdaten in etwa den Erwartungen entsprachen und Dow, S&P 500 sowie Nasdaq nach mehreren schwächeren Handelstagen wieder anzogen.
Für Anleger ist die Botschaft klar: Vicor investiert nicht auf Verdacht, sondern reagiert auf eine Auslastungsgrenze im bestehenden Werk. Ob die neuen Fabriken die aktuelle Wachstumsdynamik bei Auftragseingängen tragen können, dürfte sich spätestens mit dem Produktionsstart von Fab-2 in etwa einem Jahr zeigen.
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