VF Aktie: Vans-Umbau zeigt Wirkung

Symbolbild, KI-generiert

VF übertrifft im zweiten Geschäftsquartal die Gewinnschätzungen und hält an den Jahreszielen fest; Vans’ Direktgeschäft wächst wieder.

Auf einen Blick:
  • Bereinigter Gewinn je Aktie über Prognose
  • Vans-Direktgeschäft kehrt zum Wachstum zurück
  • Nettoverschuldung binnen Jahresfrist um 20 Prozent gesunken
  • Vorbörslicher Aktienkurs verliert etwa drei Prozent

VF liefert im zweiten Geschäftsquartal mehr als erwartet, und doch gibt die Aktie vorbörslich nach. Der Bekleidungskonzern übertrifft die Gewinnschätzungen deutlich, bestätigt seine Jahresziele und meldet bei Vans erste Lichtblicke. Die Marktreaktion fällt trotzdem verhalten aus.

Zahlen über den Erwartungen

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,70 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 0,53 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 2,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die Schätzung von 2,66 Milliarden Dollar. Berichtet ging er um 4 Prozent zurück, weil die verkaufte Marke Dickies fehlt.

Ohne Dickies wuchs der Umsatz um 1 Prozent in konstanter Währung und traf damit die Prognose. Beim bereinigten operativen Ergebnis fiel die Überraschung größer aus: 364 Millionen Dollar standen einer Prognose von rund 315 Millionen Dollar gegenüber.

Die Bruttomarge stieg um 320 Basispunkte auf 55,4 Prozent. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich ohne Dickies um 170 Basispunkte auf 13,5 Prozent.

Marken mit unterschiedlichem Tempo

The North Face und Timberland wuchsen jeweils um 4 Prozent. Altra legte um mehr als 40 Prozent zu. Vans bleibt das Sorgenkind und verlor 9,8 Prozent.

Allerdings kehrte das weltweite Direktgeschäft der Marke erstmals seit fast fünf Jahren zurück auf Wachstumskurs. CEO Bracken Darrell sprach von einem aufgehenden Plan, Vans neu zu beleben. Starke Orders der Handelspartner nähren aus seiner Sicht die Erwartung einer Verbesserung im zweiten Halbjahr. In der Region Amerika stieg der Umsatz währungsbereinigt und ohne Dickies um 5 Prozent.

Die Lagerbestände liegen 7 Prozent über Vorjahr. VF begründet das mit der erwarteten Nachfrage im zweiten Halbjahr.

Bilanz und Ausblick

Die Nettoverschuldung sank binnen eines Jahres um 1,1 Milliarden Dollar, also um 20 Prozent. Das stützt die Sanierungsgeschichte.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 bleibt unverändert. VF erwartet ein Umsatzplus von mindestens 2 Prozent in konstanter Währung und eine bereinigte operative Marge von etwa 8 Prozent. Der normalisierte freie Cashflow soll mindestens auf Vorjahreshöhe von 405 Millionen Dollar liegen. Die Verschuldungsquote soll zum Geschäftsjahresende zwischen 2,6 und 2,9 liegen.

Der Verwaltungsrat hat zudem eine Quartalsdividende von 0,09 Dollar je Aktie beschlossen. Sie wird am 17. Dezember 2026 an Aktionäre ausgezahlt, die am 10. Dezember im Register stehen.

Die Anleger reagierten zunächst zurückhaltend: Vorbörslich gab das Papier etwa 3 Prozent nach. Dass die Prognose nur bestätigt, nicht angehoben wurde, könnte dabei eine Rolle spielen. Auch die Analystenrevisionen der vergangenen Monate fielen überwiegend negativ aus. Die Aktie hatte zuvor binnen dreier Monate rund 19 Prozent zugelegt, was die Erwartungen hoch ansetzte.

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