Für Vesuvius steht die nächste entscheidende Weichenstellung am 27. Oktober an: Bis dahin muss RHI Magnesita eine feste Angebotsabsicht erklären oder mitteilen, dass es nicht bieten wird. Eine zulässige Fristverlängerung bleibt möglich.
Der diskutierte Übernahmevorschlag wird weiterhin geprüft; ein verbindliches Angebot ist er nicht. Die am Freitag veröffentlichte Barclays-Pflichtmitteilung zu Geschäften mit Vesuvius-Papieren dokumentiert Handelsaktivitäten, aber keine neue Entscheidung über das Angebot.
Barzahlung und Aktienkomponente
RHI Magnesita bestätigte am 29. September fortgeschrittene Gespräche mit dem Verwaltungsrat von Vesuvius über ein mögliches empfohlenes Angebot. Der jüngste Vorschlag umfasst je Vesuvius-Aktie 470 Pence in bar sowie ungefähr 0,028 neue RHI-Aktien. Den Gesamtwert bezifferte RHI auf 549 Pence je Aktie.
Diese Bewertung der Aktienkomponente beruhte auf dem RHI-Kurs vom 28. September. Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Der Vorschlag besteht nicht ausschließlich aus einer festen Barzahlung. Zugleich bedeutet die Prüfung durch Vesuvius noch keine Zustimmung des Verwaltungsrats.
Vesuvius erklärte am 29. September, RHI habe zuvor mehrere unverbindliche Vorschläge vorgelegt. Diese seien sämtlich zurückgewiesen worden. Den Juni-Vorschlag lehnte der Verwaltungsrat am 29. Juni einstimmig ab. Mit der Prüfung des jüngsten Vorschlags unterscheidet sich dessen Status damit von den zuvor abgelehnten Ansätzen.
Größter Aktionär gibt Zusage
Auf Aktionärsseite hat RHI bereits eine gewichtige Zusage erhalten. Cevian Capital II Master Fund L.P., der größte Anteilseigner von Vesuvius, gab eine unwiderrufliche Zusage ab. Sie umfasst ungefähr 23% des ausgegebenen gewöhnlichen Aktienkapitals.
Damit ist die Haltung eines bedeutenden Aktionärs dokumentiert. Die Zusage ersetzt jedoch weder eine feste Angebotsankündigung durch RHI noch die Entscheidung des Vesuvius-Verwaltungsrats über den jüngsten Vorschlag. Für Anleger bleiben diese Schritte getrennt zu betrachten.
Kursanstieg trifft auf offene Entscheidung
Die mögliche Übernahme hat die Vesuvius-Aktie deutlich bewegt. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt der Kursanstieg 27%. Die kräftige Bewegung unterstreicht die Bedeutung der Angebotsfrage für das Papier, nimmt deren Ausgang aber nicht vorweg.
Barclays meldete am Freitag Geschäfte mit Vesuvius-Wertpapieren und bezeichnete sich dabei als mit RHI Magnesita verbunden. Diese Pflichtmeldung betrifft Handelsaktivitäten im Angebotsumfeld, nicht die Konditionen des Vorschlags.
Neben der Angebotsfrist steht der nächste operative Termin fest: Vesuvius führt im Finanzkalender für den 5. November eine Herbst-Geschäftsaktualisierung auf. Für Anleger ergeben sich damit zwei unterschiedliche Prüfsteine: zunächst die Entscheidung von RHI über eine feste Angebotsabsicht, anschließend die nächste Unternehmensmeldung zur Geschäftsentwicklung.
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