Jefferies hat gestern das Kursziel für Vestas Wind Systems von DKK 255 auf DKK 252 gesenkt und die Kaufempfehlung beibehalten. Die Anpassung bedeutet damit keine Abkehr von der positiven Einschätzung. Parallel meldete Vestas weitere Aktienrückkäufe und neue Aufträge. Für Anleger ergibt sich ein gemischtes Bild: Das niedrigere Kursziel trifft auf konkrete Fortschritte im Geschäft.
Kaufempfehlung trotz niedrigerem Ziel
Jefferies trennt mit seiner Entscheidung zwischen dem erwarteten Kursniveau und der grundsätzlichen Bewertung der Aktie. Das Ziel fällt niedriger aus, die Empfehlung zum Kauf steht weiterhin. Die Änderung ist deshalb als vorsichtigere Bewertung zu lesen, nicht als Verkaufssignal des Analysehauses.
Auch die Rückkäufe verdienen in diesem Zusammenhang Aufmerksamkeit. Vestas meldete am Donnerstag den Erwerb von 1.180.000 eigenen Aktien. Damit stieg die Gesamtzahl der im Rahmen des Programms gekauften Papiere auf 7.465.000.
Die Mitteilung dokumentiert weitere Käufe innerhalb des laufenden Programms. Sie beschreibt keine neue Ermächtigung, sondern dessen Umsetzung.
Das Programm erlaubt Rückkäufe von bis zu DKK 3.000 Millionen und läuft spätestens bis zum 16. Dezember 2026. Die Obergrenze ist dabei vom bereits erreichten Kaufvolumen zu unterscheiden: Eine Ermächtigung ist noch kein vollständig ausgeführter Rückkauf.
Aufträge mit langfristigem Serviceanteil
Auf der operativen Seite steht der Auftrag aus Vietnam. Vestas teilte am Dienstag mit, zwei Windparks im zentralen Landesteil mit insgesamt 16 Turbinen des Typs V163 zu beliefern. Bestandteil sind außerdem Servicevereinbarungen vom Typ AOM 5000 mit einer Laufzeit von 20 Jahren.
Die Bestellung umfasst somit nicht nur die Lieferung der Anlagen. Der vereinbarte Service bindet Vestas auch über die Auslieferung hinaus an die Projekte.
Die Komponentenlieferungen sollen 2027 beginnen. Hinzu kommt ein am 2. Oktober gemeldeter Auftrag über 522 MW für ein nordamerikanisches Projekt. Beide Meldungen setzen einen operativen Gegenpunkt zur vorsichtigeren Kurszielsetzung.
Offshore-Pläne und Anpassungen in der Fertigung
Medienberichten zufolge unterzeichnete Vestas am Mittwoch eine Absichtserklärung mit Neretek. Die Unternehmen wollen prüfen, ob sich dessen Fundamentkonzept BC90 mit Vestas-Offshore-Turbinen für Projekte in tieferen Gewässern kombinieren lässt. Das ist eine Erkundung möglicher Zusammenarbeit, kein bestätigter Lieferauftrag.
Daneben bestätigte Vestas am Montag weitere 27 Stellenstreichungen im Werk Lindø und verwies auf Effizienzsteigerungen in der Produktion. Neue Aufträge und personelle Anpassungen stehen damit nebeneinander.
Für die Einordnung der Jefferies-Entscheidung bleibt die Unterscheidung entscheidend: Das Kursziel wurde reduziert, die Kaufempfehlung nicht. Rückkäufe und Bestellungen liefern konkrete Unternehmensnachrichten; die Offshore-Kooperation befindet sich dagegen noch im Prüfstadium.
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