Vestas hat im zweiten Quartal 2026 einen Sprung gemacht, der selbst optimistische Erwartungen übertrifft. Der Nettogewinn kletterte auf 280 Millionen Euro, nach 32 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das ist fast das Neunfache — und der dänische Windturbinenbauer nutzt die Wucht der Zahlen gleich für einen mutigeren Ausblick.
Margensprung treibt die Prognose
Der Umsatz stieg um 26,1 Prozent auf 4,723 Milliarden Euro. Entscheidender ist aber die Marge: Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 9,4 Prozent, verglichen mit mageren 1,5 Prozent ein Jahr zuvor. Damit hat Vestas seine Profitabilität binnen zwölf Monaten fast versechsfacht.
Das Management reagierte prompt und hob die Jahresprognose für die EBIT-Marge auf eine Spanne von 7 bis 9 Prozent an, zuvor waren 6 bis 8 Prozent avisiert. Die Umsatzprognose bleibt bei 20 bis 22 Milliarden Euro, die Investitionen sollen weiterhin rund 1,2 Milliarden Euro betragen. Sowohl das Onshore- als auch das Offshore-Geschäft trugen laut Unternehmensangaben zur Verbesserung bei, während der Service-Bereich planmäßig lief.
Auftragsbuch wächst, Kapital fließt zurück
Auch beim Neugeschäft zieht Vestas an: Die Auftragseingänge legten um 67 Prozent auf 3,349 Megawatt zu. Der kombinierte Auftragsbestand aus Turbinenaufträgen und Serviceverträgen erreichte 76,9 Milliarden Euro — ein Plus von 9,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Mit der operativen Stärke im Rücken kehrt Vestas verstärkt Kapital an Aktionäre zurück. Der Vorstand hat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro beschlossen, gestützt auf die Ermächtigung der Hauptversammlung vom April 2026. Das Programm startet am 13. August und läuft bis zum Jahresende. Der Gewinn je Aktie stieg im Quartal um 46 Prozent auf 1,11 Euro.
Vestas-Chef Henrik Andersen begründete die Entwicklung mit der starken Nachfrage nach Windenergielösungen, getrieben vom wachsenden Bedarf an sicherer und bezahlbarer Energie. Am Vormittag folgt eine Telefonkonferenz mit Analysten, in der das Management die Details zum Quartal und zur angehobenen Jahresprognose erläutern will.
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