Vestas-Aktie: Was denn jetzt?

Die Analysten von J.P. Morgan und Barclays bewerten die Vestas-Aktie konträr. Ein positiver Branchenkommentar von Siemens Energy könnte jedoch eine Markterholung ankündigen.

Auf einen Blick:
  • J.P. Morgan hebt Kursziel an, Barclays bleibt bei Verkauf
  • Siemens Energy sieht leichte Verbesserung im Windsektor
  • Vestas sichert Windpark-Auftrag in Neuseeland
  • Profitabilitätsziele bleiben zentrale Herausforderung

Nach der Vorlage der Quartalszahlen ringen Investoren um die richtige Bewertung des dänischen Windkraft-Spezialisten. Während optimistische Stimmen den jüngsten Kursrücksetzer als Einstiegschance werten, mahnen Skeptiker vor anhaltenden Problemen bei der Profitabilität. Kann ein positiver Branchenkommentar des Wettbewerbers Siemens Energy die nötige Wende einleiten?

Konträre Analysten-Stimmen

Die Einschätzungen der Großbanken klaffen derzeit weit auseinander. J.P. Morgan bekräftigte am Montag das Vertrauen in Vestas und hob das Kursziel auf 212 Dänische Kronen (DKK) an. Die Analysten setzen auf den hohen Auftragsbestand und sehen die aktuelle Kursschwäche als Gelegenheit für institutionelle Anleger.

Im Gegensatz dazu bestätigte Barclays am Dienstag die Verkaufsempfehlung. Hier liegt der Fokus auf der kurzfristigen Umsetzung operativer Ziele und der schleppenden Erholung der Margen. Diese Divergenz verdeutlicht die Unsicherheit am Markt: Die langfristige Energiewende ist als Trend intakt, doch die unmittelbare Profitabilität bleibt das entscheidende Streitthema.

Hoffnung durch Siemens Energy

Rückenwind für die gesamte Branche kam gestern vom Wettbewerber Siemens Energy. CEO Christian Bruch sprach bei der Vorstellung der Quartalszahlen von einer „leichten Verbesserung“ im Windsektor. Auch wenn die Tochter Siemens Gamesa weiterhin mit eigenen Qualitätsproblemen kämpft, werten Marktbeobachter die Stabilisierung des Marktumfelds als positives Signal für die gesamte Lieferkette. Für Vestas-Anleger ist dies ein wichtiger Datenpunkt, der auf eine zurückkehrende Preismacht hindeutet.

Operativ konnte das Unternehmen zudem vorgestern einen neuen Erfolg vermelden. In Neuseeland sicherte sich Vestas einen Auftrag für den Windpark Kapuni. Das Projekt verbindet Windkraft mit der Produktion von grünem Wasserstoff. Auch wenn keine finanziellen Details bekannt wurden, unterstreicht der Deal die Ambitionen im Bereich der „Power-to-X“-Lösungen und festigt die Position im asiatisch-pazifischen Raum.

Fokus auf Profitabilität

Das aktuelle Marktumfeld ist weiterhin von den Zahlen geprägt, die das Unternehmen am 5. Februar vorlegte. Zwar verdeutlichte der Quartalsumsatz von 6,27 Milliarden Euro die Größe des Unternehmens, doch der Druck auf die EBIT-Marge verschreckte viele Investoren. Die Aktie reagierte am Tag der Veröffentlichung mit einem Abschlag von rund 7 Prozent.

Die Aktie notiert heute bei etwa 160 DKK und sucht nach einem stabilen Boden. Während der hohe Jahresumsatz von 18,8 Milliarden Euro für 2025 eine solide Basis bildet, bleibt die Erreichung der Profitabilitätsziele die zentrale Herausforderung. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf wird sein, ob die von der Konkurrenz angedeutete Branchenerholung zeitnah zu einer spürbaren Margenverbesserung bei Vestas führt.

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