Mehr Umsatz, weniger Gewinn — die Quartalszahlen von Verve Group zeigen ein gemischtes Bild. Der schwedische Spezialist für digitale Werbung hat das erste Quartal 2026 mit solidem Wachstum abgeschlossen, zahlt dafür aber beim Ergebnis einen spürbaren Preis.
Zukäufe treiben Umsatz, Kosten fressen Gewinn
Der Umsatz kletterte um rund ein Viertel auf 137,2 Millionen Euro — getragen vor allem durch Akquisitionen. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte sowie Zukäufe, wuchs Verve um 6,4 Prozent. Das zeigt: Die Technologieplattform und der verstärkte KI-Einsatz wirken, auch wenn der starke Euro auf die ausgewiesenen Zahlen drückt.
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 6,2 Prozent auf 28,3 Millionen Euro. Die operative Marge verringerte sich auf vergleichbarer Basis um 2,2 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent. Hauptursache: höhere Personalkosten. Das Unternehmen baut sein Vertriebsteam gezielt aus und investiert in den Aufbau des Retail-Media-Geschäfts — ein Bereich, in dem Verve misst, wie direkt digitale Werbung den Absatz an der Ladenkasse beeinflusst.
Investitionen mit langfristiger Logik
Hinter dem Margenrückgang steckt eine bewusste Entscheidung. Verve hat 2025 zwei Zukäufe vollzogen: Acardo, ein deutsches Unternehmen mit Fokus auf Couponing- und Cashback-Lösungen für Einzelhändler wie Edeka, Kaufland und Rewe, sowie Captify Technologies aus London — eine KI-basierte Suchmaschinenplattform. Beide Übernahmen kosten zusammen rund 50 Millionen Euro und sind noch nicht vollständig ins operative Geschäft integriert.
Der bereinigte Gewinn fiel von 6,8 Millionen auf 6,2 Millionen Euro — ein Rückgang, der angesichts der laufenden Investitionsphase wenig überrascht, Anleger aber dennoch zunächst skeptisch stimmte.
Jahresprognose bleibt stehen
CEO Remco Westermann hält an der Jahresprognose fest. Für 2026 peilt Verve einen Umsatz zwischen 680 und 730 Millionen Euro an, das bereinigte operative Ergebnis soll zwischen 145 und 175 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich: 2025 erzielte das Unternehmen Erlöse von 602 Millionen Euro bei einem operativen Ergebnis von gut 134 Millionen.
Die Aktie schwankte nach Veröffentlichung der Zahlen deutlich — zunächst ins Minus, am Ende des Handelstages dann mit einem Plus von 3,4 Prozent. Ob die Investitionsoffensive im zweiten Quartal erste Früchte zeigt, wird die nächste Ergebnisrunde zeigen müssen — bis dahin liegt die Messlatte klar: Margenstabilisierung bei weiter steigendem Umsatz.
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