Vertiv: Rechenzentren-Ausrüster auf der Überholspur

Warum Vertiv für Rechenzentren wichtig ist

Auf einen Blick:
  • KI-getriebener Bedarf an Rechenzentrumskapazität
  • Kritische Infrastruktur
  • Mehr Umsatz bei höherer Gewinnspanne
  • starke Ausblick auf das neue Geschäftsjahr
  • Weltweite Infrastrukturprogramme

Vertiv: Rechenzentren-Ausrüster auf der Überholspur

Die Vertiv-Aktie hat in den vergangenen Monaten außergewöhnlich stark an Wert gewonnen – nicht jedoch, weil sich die Stimmung am Markt zufällig gedreht hätte, sondern weil das Unternehmen operativ in einer Position angekommen ist, in die viele andere erst noch hinkommen wollen.

Die Kombination aus KI-getriebenem Bedarf an Rechenzentrumskapazität, massiv steigenden Auftragseingängen und einem äußerst starken Ausblick sorgt dafür, dass Vertiv aktuell zu den sichtbarsten Profiteuren der Infrastruktur-Welle rund um künstliche Intelligenz zählt. Das macht die Aktie nach einer Verdopplung zwar nicht automatisch zu einem Selbstläufer, aber die operative Entwicklung bleibt eindrucksvoll genug, dass sich eine vertiefte Beschäftigung mit dem Unternehmen lohnen könnte – ganz unabhängig davon, ob man das Papier bereits besitzt oder nicht.

Warum Vertiv für Rechenzentren wichtig ist

Was aber macht Vertiv eigentlich? Vereinfacht gesagt ist Vertiv ein „Maschinenraum-Ausrüster“ in der digitalen Welt. Das Unternehmen liefert die kritische Infrastruktur, damit Rechenzentren zuverlässig laufen können: Stromversorgung, Energieverteilung, Kühlung, IT-Infrastruktur sowie Services und Ersatzteile.

Je mehr Rechenleistung erzeugt werden soll, desto mehr Strom wird benötigt, desto mehr Hitze wird abgegeben – und desto größer der Bedarf für Vertivs Systeme. Für viele ist KI ChatGPT oder Datenanalyse, für Vertiv ist Künstliche Intelligenz ein Rechenzentren aus Beton, Prozessoren und Kabeln.

Zweistelliger Umsatzanstieg, Gewinnverdreifachung und volles Auftragsbuch

Das spiegelt sich in den Ergebnissen wider. Vertiv meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal in Höhe von 23 % auf 2,88 Mrd. USD. Beim Gewinn legte Vertiv noch stärker zu: Der operative Gewinn stieg um 27 %, der bereinigte operative Gewinn sogar um 33 %. Dank Effizienzverbesserungen stieg die bereinigte operative Marge auf 23,2 % (+170 Basispunkte).

Mehr Umsatz bei höherer Gewinnspanne führt dann logischerweise zu einem Traum-Resultat unter dem Strich. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,14 USD (Vorjahr: 0,38 USD), also grob eine Verdreifachung. Diese Kombination zeigt, dass Vertiv nicht nur von einem Boom getragen wird, sondern gleichzeitig die eigene Kostenstruktur im Griff hat und Skaleneffekte realisiert, die sich nun voll in die Marge durchschlagen.

Es zeichnete sich bereits im Vorfeld ab, dass Vertiv überzeugende Zahlen vorlegen würde, sodass die Markterwartungen in etwa auf dem Erreichten lagen. Was aber nicht erwartet wurde, war der sehr starke Ausblick auf das neue Geschäftsjahr. Das ist der Punkt, der die Aktie nach oben katapultierte und weitere Kursfantasie weckt: Vertiv meldete im 4. Quartal eine Auftragsexplosion um +252 % gegenüber dem Vorjahr und einen Auftragsbestand von 15,0 Mrd. USD (+109 %). Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 2,9! Wenn auf 1 Dollar Umsatz 2,9 Dollar neue Aufträge kommen und der Auftragsbestand den Jahresumsatz übersteigt, dann kann das Jahr nicht schlecht werden.

Mit breiter Brust stellte das Management daher Umsätze von 13,25 bis 13,75 Mrd. USD und einen bereinigten Gewinn von 5,97 bis 6,07 USD je Aktie in Aussicht. Die Investitionen in den Kapazitätsausbau sollen aufgrund der hohen Nachfrage weitergehen.

Vertiv Holdings Co Aktie Chart

Vorteil Ausrüster: Überinvestitionen stellen sich erst im Nachhinein heraus

Die aktuelle Diskussion zu den Gewinnern und Verlierern von Künstlicher Intelligenz und ob die Investitionen überhaupt gerechtfertigt sind, kann Vertiv gelassen verfolgen. Wenn sich in ein paar Jahren herausstellt, dass wider Erwarten doch nicht so viel KI-Leistung benötigt wurde, wie einst angenommen, hat Vertiv schon längst geliefert und das Kundengeld in der Kasse. Die physische Infrastruktur wird beim Bau bezahlt, nicht erst im Betrieb.

Gleichzeitig entsteht später ein zweiter, stetiger Umsatzstrom: Wartung, Ersatzteile, Upgrades und die kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz.

Vertiv kann also in Ruhe die aktuelle KI-Welle reiten. Selbst wenn die Kunden eher vorsichtig werden als angenommen – wofür es kaum Hinweise gibt – werden die Geschäfte in den kommenden zwei bis drei Jahren sehr gut laufen. Für dieses Jahr liegt der Konsens mittlerweile auf Unternehmensprognose-Höhe, woraus sich ein Plus von über 30 % ableitet. 2027 werden es den Analysten zufolge dann immer noch über 22 % und 2028 laut aktueller Schätzung noch rund 16 %. Das ist für ein Industrieinfrastruktur-Unternehmen ein bemerkenswert hohes Tempo.

Nicht nur Rechenzentren: Auch andere Zukunftstechnologien brauchen Vertiv-Produkte

Ein zusätzlicher Aspekt, der häufig übersehen wird: Vertiv profitiert nicht nur vom reinen KI-Ausbau, sondern auch von weltweiten Infrastrukturprogrammen. In den USA und Europa werden derzeit Milliarden in Energie-Effizienz, Stromnetz-Modernisierung und die Errichtung nationaler Cloud- und KI-Zentren investiert. Staaten erkennen, dass digitale Souveränität nicht ohne eigene Rechenzentren funktioniert.

Da neue High-Performance-Zentren enorme Strommengen benötigen, steigt der Bedarf an effizienter Umspann-, Notstrom- und Kühltechnik zusätzlich. Auch Versorgungsengpässe – etwa im US-Stromnetz oder in Teilen Europas – erhöhen den Druck, die vorhandenen Kapazitäten zu optimieren. Vertiv ist einer der wenigen Anbieter, der solche großen Systeme liefern kann, und gewinnt dadurch auch jenseits des klassischen Datacenter-Marktes weiter an Bedeutung.

Sicher: Zu stark sollte die KI-Welle nicht abebben, sonst wäre die Aktie zu teuer. Doch aus heutiger Sicht lohnt sich ein genauer Blick auf das Unternehmen und seine Rolle in der Infrastrukturkette. Vertiv ist kein Einmal-Profiteur, der nach Bau der vielen Rechenzentren nichts mehr zu tun hat, sondern könnte auch langfristig von Instandhaltung, Modernisierung und technologischen Weiterentwicklungen profitieren.

Vertiv Holdings Co-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vertiv Holdings Co-Analyse vom 25. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Vertiv Holdings Co-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vertiv Holdings Co-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vertiv Holdings Co: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)