Vertiv Aktie: CEO nennt 17-Prozent-Rückgang temporär

Vertiv-Chef relativiert den jüngsten Kursverlust als vorübergehend. Trotz Lieferkettenproblemen bleibt die KI-Infrastruktur-Nachfrage ungebrochen, während Analysten die Aktie weiterhin positiv sehen.

Auf einen Blick:
  • CEO nennt Kursverlust temporär
  • KI-Nachfrage bleibt ungebrochen
  • Analysten bestätigen Moderate Buy
  • Institutionelle Investoren reduzieren Anteile

Nach einem deutlichen Kursverfall der Vertiv-Aktie in den vergangenen Wochen hat sich Konzernchef Gio Albertazzi nun direkt an die Anleger gewandt. Er bezeichnete den Rückgang von 17 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage als ein „temporäres Problem“, das primär auf zeitliche Verschiebungen bei Projekten und Herausforderungen innerhalb der Lieferkette zurückzuführen sei.

Trotz der jüngsten Volatilität bleibt die fundamentale Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz laut Unternehmensführung ungebrochen stark.

Sektorweiter Abverkauf belastet KI-Infrastruktur

Der Druck auf das Papier verschärfte sich am gestrigen Mittwoch, als ein breiter Ausverkauf bei Technologiewerten und insbesondere bei Infrastrukturdienstleistern für Rechenzentren einsetzte.

Während Vertiv gestern zeitweise deutliche Einbußen hinnehmen musste, fielen auch Branchenkollegen wie Bloom Energy oder spezialisierte Industrieunternehmen wie Caterpillar und GE Vernova. Medienberichten zufolge belastete vor allem der Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen die Bewertungen im Tech-Sektor; die 30-jährige Rendite erreichte dabei ein 19-Jahres-Hoch.

Zusätzliche Verunsicherung löste ein Bericht des Wall Street Journal aus, wonach führende Technologieunternehmen außerbilanzielle Verpflichtungen in Höhe von rund 3 Billionen US-Dollar im Zusammenhang mit KI-Investitionen angehäuft haben könnten. Dieses makroökonomische Umfeld traf auf eine Aktie, die sich nach einer starken Phase der Konsolidierung gegenübersieht.

Das Papier notiert heute bei 222,45 € und verzeichnet damit ein leichtes Minus von 0,7 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 324,20 € hat sich damit auf 31 Prozent ausgeweitet.

CEO Albertazzi verweist auf robuste Auftragsbücher

Gio Albertazzi betonte, dass der Auftragsbestand weiterhin robust sei und die Verzögerungen bei den Lieferketten lediglich den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung beeinflussen würden. Er geht davon aus, dass die aufgeschobenen Projekte in naher Zukunft voranschreiten werden.

Bereits vor gut drei Wochen hatte das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal präsentiert, in denen der Gewinn pro Aktie (EPS) mit 1,52 US-Dollar die Erwartungen der Analysten von 1,43 US-Dollar übertraf. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 24,1 Prozent auf 3,27 Milliarden US-Dollar.

Für das laufende dritte Quartal gab das Management eine EPS-Prognose zwischen 1,77 und 1,83 US-Dollar ab. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Vertiv mit einem Gewinn pro Aktie in der Spanne von 6,65 bis 6,75 US-Dollar.

Diese Zuversicht wird von vielen Marktbeobachtern geteilt, die die Einstufung im Konsens auf „Moderate Buy“ belassen. Die durchschnittlichen Kursziele liegen dabei in einer Spanne zwischen 348,54 und 357,83 US-Dollar.

Institutionelle Verkäufe und technischer Ausblick

Trotz der positiven Prognosen des Managements zeigten jüngste Pflichtmitteilungen, dass einige institutionelle Investoren ihre Positionen im zweiten Quartal reduziert haben. So verringerte Abacus FCF Advisors LLC seine Anteile um 23,6 Prozent, hält jedoch weiterhin eine Position im Wert von rund 15,45 Millionen US-Dollar. Auch Geneva Partners LLC reduzierte den Bestand um gut 12 Prozent.

Diese Verkäufe und die branchenweite Sektorschwäche haben dazu geführt, dass sich das technische Bild kurzfristig eingetrübt hat. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 39,1 im neutralen Bereich, während der Kurs unter den 50-Tage-Durchschnitt gefallen ist.

Dennoch stützt die langfristige Perspektive im Bereich der thermischen Kühlung für Hochleistungsrechner weiterhin das Geschäftsmodell, da die Rack-Dichte in Rechenzentren durch moderne KI-Anwendungen stetig zunimmt.

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