Vertical Aerospace-Aktie: Weltpremiere hebt die Stimmung!

Vertical Aerospace hat als erstes Unternehmen unter Aufsicht der britischen Luftfahrtbehörde den vollständigen Übergang zwischen Schwebeflug und Starrflügelflug gemeistert.

Auf einen Blick:
  • Erster beidseitiger Piloten-Transitionsflug unter Aufsicht der Zivilluftfahrtbehörde abgeschlossen
  • CEO Simpson nennt es den bedeutendsten technischen Meilenstein der Unternehmensgeschichte
  • Zertifizierung des Valo-Lufttaxis für 2028 angepeilt
  • EVTL-Aktie stieg vorbörslich rund 8 Prozent, Konkurrenten Joby und Archer zogen mit

Es war der 14. April 2026, als Cheftestpilot Simon Davies in das Cockpit stieg und etwas tat, das in dieser Form noch kein Zivilluftfahrtpilot unter regulatorischer Aufsicht getan hatte: Er hob vertikal ab, wechselte in den Starrflügelflug wie ein normales Flugzeug, und kehrte dann wieder in den Schwebeflug zurück. Ein kompletter Kreislauf, ein einziger Flug, keine Unterbrechung. Vertical Aerospace nennt das den bedeutendsten technischen Meilenstein seiner Geschichte. Vorbörslich am Donnerstag honorierte der Markt das an der Wall Street mit einem Plus von rund 7 Prozent bei der EVTL-Aktie.

Vertical Aerospace Ltd. Aktie Chart

Was das eigentlich bedeutet

Man muss kurz innehalten, um zu verstehen, warum das relevant ist. Ein eVTOL-Flugtaxi, das nur senkrecht starten und landen kann, ist teuer im Betrieb. Eines, das zwischendurch wie ein Flugzeug fliegt, also auf Tragflächen gleitet statt mit Rotoren zu kämpfen, ist effizient genug, um wirtschaftlich zu sein. Genau dieser Übergang, dieser Wechsel zwischen den Flugmodi, ist das Kernproblem der gesamten Branche. Vertical hat ihn nun gelöst, und zwar als erstes Unternehmen weltweit unter dem Design Organisation Approval der britischen Zivilluftfahrtbehörde CAA. Und als wweites Unternehmen global überhaupt, das so einen Flug abgeschlossen hat.

CEO Stuart Simpson formulierte es so: „Wir sind nicht nur Teil dieser Branche – wir definieren sie mit.“ Das klingt nach Investor-Relations-Sprache, aber der technische Unterbau stimmt diesmal.

Der Weg bis 2028 ist noch weit

Nun ist Euphorie im eVTOL-Sektor bekanntlich mitunter eine gefährliche Sache. Die Branche hat in den vergangenen Jahren mehr Versprechen produziert als Zertifizierungen. Vertical selbst hat Phase 1 seiner Testflüge im September 2024 abgeschlossen, Phase 2 im Februar 2025, Phase 3 im September 2025. Jetzt, im April 2026, ist Phase 4 durch. Bis zur angestrebten Zertifizierung 2028 stehen noch der Critical Design Review, der Bau von sieben Vorserienflugzeugen und umfangreiche Compliance-Tests mit CAA und EASA aus. Das ist kein Sprint mehr, sondern eher ein Marathon.

Immerhin zogen auch andere Aktien der Branche vorbörslich an: Joby Aviation gut 2,5 Prozent, Archer Aviation rund 3 Prozent, EHang Holdings knapp 3 Prozent. Der Meilenstein von Vertical strahlte also auf den gesamten Sektor ab, was zeigt, wie sehr die Branche auf solche Signale wartet.

Bristol gegen den Rest der Welt

Vertical ist nach eigenen Angaben der einzige europäische eVTOL-Entwickler, der den vollständigen Piloten-Übergangsflug erreicht hat. Geplante Strecken wie Canary Wharf nach Heathrow oder JFK nach Manhattan klingen nach Marketing, doch sie illustrieren, wofür die Technologie gebaut wird. Partner wie American Airlines, Japan Airlines und Avolon stehen bereits in den Büchern, rund 1.500 Vorbestellungen des Valo sollen vorliegen.

Ob die Aktie das 7-Prozent-Plus in den regulären Handel rettet, ist eine andere Frage. Im eVTOL-Sektor waren Vorschusslorbeeren bisher das einzige, was nie knapp wurde.

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