Starke Zahlen, steigende Kursziele, und trotzdem dreht die Aktie ins Minus. Vertex Pharmaceuticals eröffnete vorbörslich noch im Plus, rutschte im Handelsverlauf aber um gut drei Prozent auf rund 533 Dollar ab. Marktbeobachter sehen darin eher Gewinnmitnahmen nahe dem Jahreshoch als eine Absage an die Quartalszahlen.
Zahlen im Rahmen, Mukoviszidose-Geschäft trägt
Im dritten Quartal setzte der Konzern 3,44 Milliarden Dollar um, leicht über den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 4,76 Dollar auf Konsensniveau. Der Umsatz wuchs um 12 Prozent, getragen von Mukoviszidose, Schmerzmitteln, Blutkrankheiten und dem neuen Geschäft mit seltenen Endokrinerkrankungen.
Das jüngste Mukoviszidose-Medikament Alyftrek steuerte 706 Millionen Dollar bei, nach 247 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Trikafta enttäuschte dagegen. Stifel führt das auf Patienten zurück, die auf Alyftrek wechseln. Wells Fargo sieht zudem Wettbewerbssorgen im Mukoviszidose-Markt vom Tisch.
Die Prognose für 2026 hob Vertex auf 13,15 bis 13,25 Milliarden Dollar Umsatz an, zuvor waren es 13,1 bis 13,2 Milliarden. Der Löwenanteil der Anhebung geht allerdings auf die zum 1. September abgeschlossene Crinetics-Übernahme zurück. Im September lieferte sie erst rund 10 Millionen Dollar.
Analysten legen nach, Skepsis bleibt
Die Kursziele gehen überwiegend nach oben:
- Wells Fargo: 650 Dollar
- TD Cowen: 575 Dollar
- JPMorgan: 570 Dollar
- Stifel: 563 Dollar (bei „Hold“, zuvor 500 Dollar)
Über alle 27 Analysten liegt das Konsensziel bei rund 586 Dollar. Stifel verweist auf die größere Stabilität des Mukoviszidose-Geschäfts und höhere Bewertungen für Pipeline-Programme. Zugleich deuten Bewertungsmodelle auf eine ambitionierte Kursbasis hin.
Die Aktie legte in sechs Monaten rund 26 Prozent zu. Hinzu kommt, dass die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr in den vergangenen 90 Tagen um knapp 10 Prozent gesunken sind. Auch die nächste Mukoviszidose-Generation überzeugt noch nicht: Der neue Korrektor VX-828 senkte den Schweißchloridwert nur um 6,6 bis 9,4 mmol gegenüber der Trikafta-Basis.
Der nächste Stichtag naht
Entscheidend wird der 30. November. Dann steht die FDA-Entscheidung zu Povetacicept bei IgA-Nephropathie an, dem ersten Nierenmedikament des Konzerns. Eine verzögerte oder eng gefasste Zulassung träfe eine Aktie, die auf Erfolg eingepreist ist. Frühe 2027er-Daten zu Inaxaplin könnten eine beschleunigte Zulassung stützen, die nächsten Quartalszahlen sind vorläufig für den 9. Februar 2027 angesetzt.
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