Verizon hat in letzter Zeit nicht allzu oft für gute Laune gesorgt. Umso mehr dürfte der Montag den Aktionären gefallen: Die Aktie legte vorbörslich mehr als 3 Prozent zu, nachdem die Quartalszahlen in fast jeder Hinsicht besser ausfielen als erwartet.
7 Cent über den Erwartungen
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal bei 1,28 Dollar, verglichen mit 1,19 Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten laut FactSet mit 1,21 Dollar gerechnet. Sieben Cent Differenz klingen nach wenig, aber das war das stärkste Quartalswachstum seit 2021.
Der Gesamtumsatz stieg um 2,7 Prozent auf 34,4 Milliarden Dollar, verfehlte die Konsenserwartungen allerdings um 490 Millionen Dollar. Schuld daran war ein Netzausfall im Januar, der Verizon nach eigenen Angaben 80 Basispunkte beim Umsatzwachstum kostete.
55.000 neue Kunden, ein Novum für Q1
Was wohl noch mehr beeindruckt als die Gewinnzahlen: Verizon gewann im ersten Quartal netto 55.000 neue Postpaid-Mobilfunkkunden hinzu. Für ein erstes Quartal ist das ein Novum. Dazu kamen 341.000 neue Breitbandkunden. Beides zusammen zeigt, dass Verizon im Wettbewerb mit AT&T und T-Mobile zumindest momentan nicht den Kürzeren zieht.
Der operative Cashflow stieg um 2,6 Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar, der freie Cashflow um 4 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Solide Zahlen, keine Frage.
Verizon Communications Aktie Chart
Die Prognose und der Haken
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Verizon nun ein bereinigtes EPS von 4,95 bis 4,99 Dollar, was einem Wachstum von 5 bis 6 Prozent entspricht und den Konsens von 4,91 Dollar klar übertrifft. Zuvor hatte das Unternehmen 4,90 bis 4,95 Dollar in Aussicht gestellt. Auch bei den Postpaid-Nettozugängen peilt Verizon nun das obere Ende der Spanne von 750.000 bis einer Million an.
Doch eben hier kommt der Haken. Die Promotions, mit denen Verizon die Kunden angelockt hat, haben ihren Preis. Die Verschuldungsquote kletterte auf das 8-Fache des bereinigten Nettoeinkommens, nach 7,4 im Vorquartal. Wachstum auf Pump ist halt kein Selbstläufer, und ob sich das auf Dauer rechnet, hängt davon ab, wie viele dieser 55.000 Neukunden auch in zwei Jahren noch zahlen.
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