Verizon zieht bei einer seiner Anleihen die Reißleine. Der Telekomkonzern kündigte an, Schuldtitel im Volumen von 1,25 Milliarden Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Betroffen sind die mit 4,329 Prozent verzinsten Notes mit Fälligkeit 2028 — sie werden am 21. September 2026 vollständig getilgt.
Der Rückzahlungspreis orientiert sich am höheren der beiden folgenden Werte: entweder der vollen Nennwert oder der Barwert der verbleibenden Zins- und Tilgungszahlungen, abgezinst mit einem Aufschlag von 25 Basispunkten auf die Treasury-Rendite. Hinzu kommen aufgelaufene Zinsen bis zum Stichtag. Abgewickelt wird die Transaktion über U.S. Bank Trust Company als Zahlstelle.
Warum Verizon jetzt handelt
Solche vorzeitigen Rückzahlungen sind bei Konzernen mit umfangreichem Anleiheportfolio Routine, geben aber einen Hinweis auf das Zinsmanagement. Verizon trägt traditionell eine hohe Schuldenlast aus dem Netzausbau der vergangenen Jahre. Eine Ablösung teurer Altanleihen kann sich lohnen, wenn sich am Kapitalmarkt günstigere Refinanzierungsbedingungen bieten.
Operativ steht der Konzern derzeit vergleichsweise solide da. Im zweiten Quartal übertraf Verizon beim Gewinn je Aktie die Erwartungen, blieb beim Umsatz von 34,3 Milliarden Dollar aber leicht unter der Analystenschätzung.
Der Vorstand hob dennoch die Jahresprognose an und verwies auf verbesserte Profitabilität und einen stärkeren Cashflow. Scotiabank reagierte mit einer Anhebung des Kursziels auf 52,50 Dollar, Bernstein SocGen zog auf 47 Dollar nach — beide Häuser begründen dies mit Wachstum bei Mobilfunk- und Breitbanderlösen.
Die Aktie selbst notiert nahe ihrem Jahreshoch, mit einem Kursplus von rund 25 Prozent seit Jahresbeginn. Dazu passt eine Insidertransaktion: Kyle Malady, Group-CEO des Geschäftsbereichs VZ Business, verkaufte im Rahmen eines im Mai aufgesetzten automatisierten Handelsplans 1.100 Aktien für knapp 53.500 Dollar.
Solche Verkäufe nach festem Plan gelten branchenüblich nicht als Signal mangelnden Vertrauens, sondern folgen oft steuerlichen oder persönlichen Motiven.
Am Horizont zeichnet sich unterdessen neue Konkurrenz ab: SpaceX plant den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes über seine Starlink-Sparte, was die etablierten Carrier direkt herausfordern könnte. Wie sich dieser Wettbewerb auf Verizons Netzstrategie auswirkt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Die Anleihe-Rückzahlung am 21. September markiert vorerst einen technischen, aber finanziell relevanten Termin im Kalender des Konzerns.
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